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Von Thürmsdorf auf den Kleinen Bärenstein

6. Dezember 2010 1 Kommentar

Königstein Bf – Elberadweg – Thürmsdorf – Aufstieg zur Oberen Kirchleite – Biedermannsches Mausoleum – Feldweg (nord-westl. Ri.) – Götzingerhöhle – Kleiner Bärenstein – Naundorf (WM roter Punkt) – Wehlen (WM roter Strich)

Die erste, richtige Winterwanderung in dieser Saison sollte auf relativ entspannten Wegen auf den Kleinen Bärenstein führen. Als Ausgangspunkt haben wir den Bahnhof in Königstein gewählt und sind von dort aus, vorbei am Reißigerplatz, auf dem Elberadweg Richtung Thürmsdorf gelaufen. Den ersten Teil kann man, wenn man möchte, aber getrost weglassen und die Wanderung in Thürmsdorf starten. Wer allerdings mal ein paar schöne Kormorane sehen möchte, und vor allem deren Kunststücke beim Tauchen, der sollte die halbe Stunde zusätzlich einplanen. Manchmal fragt man sich, warum diese wertvollen Tiere in Sachsen weiterhin dem Abschuss freigegeben sind (der Grund sind die Fischbestände, sagt das sächsische Umweltministerium und hat eine Verlängerung der Abschussmöglichkeit vorgeschlagen, die nun vom Kabinett beschlossen wurde).

In Thürmsdorf angelangt gehen wir ein kleines Stück auf der Hauptstraße in den Ort hinein und nutzen die nächste Abzweigmöglichkeit rechts zum Aufstieg zur Oberen Kirchleite. Stufen führen steil in einigen Kehren hinauf, bis man ein Feld und einen Jägerstand erreicht. Hier geht es noch ein Stück weiter hinauf, bis man das Biedermannsche Mausoleum im Blick hat. Der Aufstieg aus dem Ort heraus wäre im Übrigen fast übersehen worden, denn die Stufen sind unter dem Schnee nur schlecht zu erkennen. Im Winter kann es an dieser Stelle auch mal sehr rutschig sein, weswegen man dieses zugegeben sehr schöne Teilstück auch über den markierten Wanderweg (WM gelber Strich/Malerweg) umgehen kann.

Vom Mausoleum wenden wir uns in nordwestliche Richtung und wandern durch ein kurzes Waldstück. Der Weg führt an einem Feld vorbei weiter; linkerhand der Ort Thürmsdorf, den Blick gerade aus gerichtet, ist der Kleine Bärenstein in voller Pracht zu erkennen. Wir kommen an eine Kastanienallee, wo mehrere Buntspechte zu beobachten sind und gelangen wieder in den Wald, bis auf die Straße zwischen Weißig und Thürmsdorf. Von hier aus folgen wir der Wandermarkierung roter Punkt und steigen hinauf zur Götzingerhöhle. Hier ist es eigentlich ganz gemütlich, windgeschützt und ruhig, aber wir wandern sofort weiter. Allerdings verlassen wir die Markierung und steigen mit dem Uhrzeigersinn auf den Kleinen Bärenstein. Dazu geht es links am Felsmassiv vorbei und danach rechts auf den Rücken des Kleinen Bärensteins. Hier ist eine erste, schöne Aussicht mit Bank zu bewundern. Hätte man den markierten Aufstieg gewählt, wäre man an dieser Stelle nicht vorbei gekommen. Dem Weg weiter folgend, treffen wir nun wieder die rote Markierung und gelangen über kurze Stufenreihen hinauf zur Hauptaussicht auf dem Kleinen Bärenstein.

Trotzdem der Wolkenhimmel zugezogen ist, reicht der Blick recht weit. Am Horizont sehen wir sogar den Hohen Schneeberg, besonders gut zu erkennen durch seine langgestreckte, flache Form und den markanten Turm. Nach ausgiebiger Rast geht es wieder die glatten Stufen hinab und weiter Richtung Naundorf. Von hier kann man auch nochmal schon zurück blicken, sieht dabei die beiden Bärensteine und den kleinen Kahlen Stein. Der Große Bärenstein, der eigentlich etwas kleiner ist, wenn man allein die Höhendaten nimmt, trägt seinen Namen wegen der gewaltigeren Felsmasse. Er wird heute nicht besucht, denn unsere kurze Winterwanderung soll nun mit dem Abstieg nach Wehlen auch schon wieder zu Ende gehen. An sich ist der Große Bärenstein aber vielleicht sogar noch etwas interessanter als der kleine. Es gibt keinen wirklichen Weg auf den Stein, allerdings einige, kleine Pfade und einen schönen Aussichtspunkt an der Südseite, der auch zur Rast ideal ist. Noch interessanter aber vielleicht ist der Riegelhof an der Nordseite mit seiner Stiege, die zwar mit wenigen künstlichen Bauten auskommt, aber doch für Geübte gut zu erschließen ist und einen Alternativpfad auf den Großen Bärenstein ermöglicht.

Früher Start in Königstein

Kurzer, steiler Anstieg hinaus aus Thürmsdorf

Biedermannsches Mausoleum

Buntspecht

Götzingerhöhle

Untere Aussicht vom Kleinen Bärenstein

Blick vorbei am Königstein zum Hohen Schneeberg

Der eigentlich kleinere Nachbar: der Große Bärenstein

Wehlen

Christian Helfricht

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Winterwanderung durch die Wehlener Gründe

Lohmen – Landhaus Nicolai – Nicolaiweg – Schleifgrund – Uttewalder Grund – Kohlgrund – Holzengrund – Steinerner Tisch – Fremdenweg – Basteiaussicht – Fremdenweg – Steinerner Tisch – Schanzenweg – Wehlen

Eine Winterwanderung der vergangenen Saison führte uns in einige Gründe zwischen Wehlen und Rathen, bis hin zur verlassenen Basteiaussicht und zur Schwarzbergaussicht (Wanderzeitpunkt Feb. 2010). Im Winter durch diese Gründe zu wandern, das ist schon etwas ganz Besonderes – die Vereisungen an den Hängen, die Spuren der Tiere im Schnee, die Ruhe und die klirrende Kälte. Man sollte es wirklich mal probieren und nicht nur in den Monaten zwischen März und Oktober in der Sächsischen Schweiz unterwegs sein, denn sonst würde man vielleicht das Beste verpassen.

Wir starten unsere Wanderung also in Lohmen, das wir bequem mit dem Bus erreichen. Wir laufen ein kleines Stück an der Hauptstraße, vorbei am Landhaus Nicolai und biegen in den Nicolaiweg ein. Der Nicolaiweg ist zunächst ein einfacher Waldweg, wird im Verlauf aber zunehmend kleiner und die Felsen treten an den Weg heran. Wir biegen rechts über einen Steg in den Schleifgrund ab und befinden uns sofort in einem wildromantischen Grund, wie man ihn schöner nicht zu finden glaubt. Fließend ist der Übergang in den Uttewalder Grund, den berühmtesten der Wehlener Gründe.

Beim Uttewalder Grund muss man natürlich auch wieder die August-Unwetter in der Sächsischen Schweiz erwähnen, die den Durchgang am Uttewalder Felsentor zerstört hatten. Mittlerweile ist der Weg durch das Tor aber wieder begehbar. Im Uttewalder Grund gibt es im Übrigen einige Möglichkeiten, mal nach rechts zu den Hinteren und Vorderen Haaren hochzusteigen – Bleichgrund, Tiefer Grund u.Ä. – die alten Steigmöglichkeiten sind im Winter in Ansätzen noch zu erkennen; verboten sind sie allerdings ganzjährig …

Ähnliches gilt für den Zscherregrund. Das Treppchen ist recht leicht zu finden, bei den Hahnstufen ist es schon etwas schwieriger. Für unsere Winterwanderung ist all das aber nicht von Belang, wir werden uns auf gut zugänglichen Wegen hinauf zur Bastei schlagen. Vom behaglichen Zscherregrund zweigen wir links kurz in den Kohlgrund ab, um 300m weiter rechts in den unmarkierten Holzengrund abzubiegen. Dieser Weg selbst ist nicht schwer zu finden und auch der Wegverlauf bis zum Steinernen Tisch ist im Winter mit guter Karte kein Problem. Hier sehen wir auch mal ein paar Wildschweine, die sich einen Augenblick lang zeigen, um kurz darauf schon wieder verschwunden zu sein.

Am Steinernen Tisch angelangt, folgen wir dem Fremdenweg bis zur Basteistraße und zur Basteiaussicht. Diese mal leer zu erleben, das ist schon ein Ereignis. Dann kann man diese vorzügliche Aussicht auch mal in Ruhe genießen und wird nicht zum Beiseitegehen genötigt. Wie wir gekommen sind, vorbei am Hirsch- und Griesgrund, geht es nun zurück zum Steinernen Tisch. Nun allerdings folgen wir der Ausschilderung Schwarzberggrund, stapfen durch tiefen Schnee vorbei an Kernzonenschildern, die uns meist darauf hinweisen, das dahinter ein kleiner Pfad beginnt, der aber nicht mehr begangen werden soll (bsw. der obere Einstieg in den Tümpelgrund) und folgen dann dem Schanzenweg. Hier kann man nochmal eine schöne Aussicht genießen (Schwarzbergaussicht), bevor der vereiste und beschwerliche Abstieg nach Wehlen ansteht. Die Stufen am Schanzenweg sind komplett vereist und nötigen uns, querfeldein auf das untere Ende des Schwarzberggrundes zu rutschen. Das klappt eigentlich relativ gut und kann bis hinab auf den Elberadweg fortgesetzt werden (nebenbei: der mittlere Teil des Schwarzberggrundes ist m.W. momentan gesperrt).

Eine wirklich schöne Winterwanderung geht damit zu Ende. Leider habe ich trotzdem keine gute Erinnerung an die Wanderung, denn am selben Tag bin ich noch krank geworden; Fieber und Bronchitis mit anschließender Lungenfellentzündung, die mich geschlagene zwei Monate außer Gefecht gesetzt haben.

Einstieg am Nicolaiweg

Die Felsen treten nun langsam an den Nicolaiweg heran

Schleifgrund im Übergang zum Uttewalder Grund

Uttewalder Felsentor

Wunderschöne Vereisungen

Basteiaussicht

Vereister Abstieg

 

Christian Helfricht

Spanien solls richten

WM-Kolumne #5 (und Schluss)

Vieles bei dieser Weltmeisterschaft in Südafrika mutet ungewöhnlich an. Manches von dem konnte man vorher noch nie erleben, einiges hätte man im Voraus hingegen schon anders planen können. Viele scheinen beispielsweise davon überrascht zu sein, dass in Afrika winterliche Verhältnisse herrschen können, die auch mal Schnee hervorbringen und eisige Temperaturen von deutlich unter null Grad. In der heutigen Pressekonferenz hat sich Co-Trainer Hansi Flick dazu geäußert, wie man sich im Winter zu verhalten habe: warm anziehen, nach dem Duschen die Haare föhnen um sich ja nicht zu erkälten, u.Ä. Sind die Themen denn schon so ausgegangen, dass man selbst so etwas schon bis ins Detail analysieren muss?

Immer wieder Thema sind auch die Vuvuzelas, diese wunderbaren Tröten, die den normalen Klangteppich im Stadion deutlich überlagern. Fernsehstationen verzweifeln ob der Geräuschkulisse und verwenden alle möglichen Audiofilter, um dem entgegenzusteuern. Aber selbst über die Lippenmikrofone konnte man damit noch keine zufriedenstellende Lösung finden. Viel mehr sollte man es bei dem Zustand belassen, den man nun erreicht hat. Wenn die Fankultur in Südafrika dem entsprechend aussieht, sollte man dies akzeptieren und nicht verbieten (wie es einige auch in der FIFA versucht haben).

Gespielt wurde gestern übrigens auch noch; kaum zu glauben. Die Elfenbeinküste konnte den Portugiesen ein 0-0 abtrotzen, bei dem man im Zweifeln über die Favoriten immer weiter bestärkt wurde. Und auch die Brasilianer konnten keine überzeugende Leistung gegen die imponierenden Nordkoreaner abliefern, von denen man zuvor nicht unbedingt viel erwarten konnte. Offenbar fehlte es an Einsatz und der Bereitschaft Laufwege in Kauf zunehmen, die die Fünfer-Abwehrkette der Koreaner auszuhebeln im Stande waren. Dies gelang dann auch nur zweimal. Im Gegenzug wurde es zum Ende hin sogar noch einmal spannend, als die Nordkoreaner durch eine famose Einzelleistung den Anschlusstreffer erzielen konnten. Gegen die zuvor ambitionierten Brasilianer hatte ihnen das keiner zugetraut und musste sich angesichts dieser Leistung nun die müden Augen reiben.

Heute nun steigt Topfavorit Spanien ins Turnier ein. Kaum zu glauben, dass sich auch die Furia Roja (also das spanische Nationalteam) die Blöße geben werden; in den letzten 31 Partien wurde die Mannschaft von Trainer Vicente Del Bosque nicht mehr geschlagen. Wo kämen wir denn dann hin, wenn sich dies gerade bei der WM ändern sollte?

Christian Helfricht

Kein Herbst!

19. Oktober 2009 1 Kommentar

Hach, es wird so lala draußen, kalt trotz Sonnenschein, der Herbst war auch nicht wirklich da und überhaupt: was wird denn das nur wieder für ein Winter? Unsere Wanderzeit erschöpft sich nun auch zusehens, sodass dieses Jahr eigentlich schon wieder vorbei ist. Was soll man nur hoffen, was fühlen, warum drückt es an allen Enden?

Man kann zufrieden sein, aber auch nicht. An der Uni läuft es wie immer mittelmäßig, Anspruch und Wirklichkeit finden den gemeinsamen Nenner immer weniger, Freunde scheinen sich zu verabschieden – aber das kann ja auch gut sein. Vielleicht entstehen neue Möglichkeiten, neue Freiheiten und Kapazitäten, vielleicht verabschiedet man sich von der Welt oder hofft auf eine neue. ‚Wer im Frühling nicht sät, wird im Herbst nicht ernten‘, so sagt man ja. Lassen sie uns die Möglichkeiten also selbst nutzen, DA ist der Gestaltungsspielraum. Na komm, greif schon zu!

Auch heißt es: ‚Ist im Herbst das Wetter hell, bringt es Wind und Winter schnell‘; schön, also doch abwarten. Ja was denn nun? ‚Das Schicksal ist erfinderischer als der Mensch‘ – aha … das hilft doch auch nicht weiter. ‚Das Leben ist zu kurz, um es dem Schicksal zu überlassen‘ – so wird schon eher ein Schuh draus, sie verstehen?

ALSO: Was nützt das Nörgeln! Lassen wir uns nicht einfach treiben, sondern packen selber an. Wenn uns die Regierung nicht so gefällt, hätten wir doch anders wählen können. Wenn uns das Wetter nicht gefällt, müssen wir uns eben anders anziehen. Wenn uns die Gesellschaft nicht behagt, wandern wir eben aus. Wenn uns das Essen nicht schmeckt, kochen wir uns selbst etwas. Wenn wir mit Gott nicht zufrieden sind, lesen wir in der Bibel. Wenn wir mit uns nicht zufrieden sind, …

Der Glasperlenspieler (empfiehlt Rainald Grebe)

Der Winter. Sonst nichts

Verschneit liegt die Stadt, mitten im Winter spiegelt sich die Sonne in Eiszapfen und zugefrorenen Seen. Kalt ist es auch noch, hier in Dresden und anderswo. Die Gasverorgung ist nicht zu beklagen, das Wasser läuft fast ausnahmslos flüssig. Die Supermärkte sind gefüllt, die Einkaufsstraßen gleichen Schornsteinen aus keuchenden Menschen. Auf der Elbe treiben wunderschöne Eisschollen, was die Schifffahrt und Elbfähren bedroht, jedoch einem wunderschönen Naturschauspiel Raum lässt. Auch die Arbeiten an der Waldschlösschenbrücke mussten vorübergehend ausgesetzt werden. Der Winter bringt also für uns, das darf man ausschließlich sagen, nur Gutes.

Der Winter. Ja, es gibt ihn noch, werden Klimawandel-Leugner sagen, alles nicht so schlimm. Die Welt gefriert von neuem und von schmelzenden Gletschern spricht ja auch niemand mehr. Doch getrost darf man sagen: Wer so denkt, muss nochmal von vorn anfangen. Nur weil es im Winter kalt ist, wird die Welt nicht besser. Nur weil nun Kälterekorde gebrochen wurden, wird der CO2-Ausstoß nicht unbedingt geringer. Nur weil Schnee liegt, werden Klimasünder nicht aufhören Schadstoffe zu emittieren. Stupide Wahrheiten, simple Phrasen, richtig sind sie dennoch.

Freuen wir uns also über einen Winter, der unserer abendländisch geprägten Kulturvorstellung entspricht! Für Menschen kann es die schönste Jahreszeit sein, auch die schrecklichste. Nehmen wir sie, wie sie eben ist. Alte Menschen möchten oft über den Winter kommen, die meisten Menschen würden da sterben; für Kinder ist Schlittenfahren und Schneemann bauen die höchste Erfüllung. Die einen fluchen über gefährliche Straßenverhältnisse, andere laufen Schlittschuh. Der Winter ist eben schön, beschaulich und naturgegeben, wie Frühling, Sommer und Herbst. Das menschliche Mäkeln wird daran nichts ändern. Und das ist doch die beste Nachricht.

Der Glasperlenspieler