Archiv

Posts Tagged ‘Wehlen’

Beliebter Wanderweg durch die Schwedenlöcher wieder geöffnet

Das ging dann doch recht flott. Nachdem der Wanderweg durch die Schwedenlöcher nach einem Steinschlag am Pfingstsonntag gesperrt werden musste, konnte heute bekannt gegeben werden, dass die Schwedenlöcher nun wieder geöffnet sind. Laut Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft wurde ein örtliches Unternehmen mit der Abtragung der noch absturzgefährdeten Gesteinbrocken beauftragt.

Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Sperrung und verwies darauf, dass „die Sperrung […] notwendig [war], um unmittelbar bestehende Gefahren zu untersuchen und zu beseitigen – auch wenn das in den letzten Tagen zu Enttäuschungen bei Besuchern des beliebten Wanderweges geführt hat.“

Wie die Sächsische Zeitung (Lokalausgabe Pirna) in ihrer morgigen Ausgabe berichtet, könnte der Felsabrutsch durch eine Wurzel ausgelöst worden sein, die sich gegen eine große Steinplatte ausbreitete und diese zum Rausbrechen gebracht hat. Die Steinplatte soll bergab gerutscht, auf einen anderen Fels getroffen und geborsten sein. Dadurch sind zwei größere und unzählige kleine Steinbrocken auf den Weg gefallen und haben sich auf einer Länge von 60 Metern ausgebreitet.

Pressemitteilung

Christian Helfricht

Advertisements

Über die Schwedenlöcher zur Bastei und auf wildromantischen Wegen nach Wehlen

Bahnhof Rathen – Fähre – Niederrathen – Amselgrund – Amselsee – Schwedenlöcher – Gansweg – Bastei – Fremdenweg – Steinerner Tisch- Höllengrund – Zscherregrund – Zscherregrundquerung – Brückwaldweg – Müllersteig – Kluftsteig – Uttewalder Grund – Zscherregrund – Das Treppchen – Grögers Gut – Steinrückenweg – Stadt Wehlen – Fähre – Bahnhof Wehlen

Unsere heutige Wanderung führt uns zunächst auf bekannten Wegen zur Bastei und auf alten, wildromantischen Wegen Richtung Wehlen. Die Wanderung liegt schon einige Zeit zurück, aber für die wanderarme Saison bin ich ganz gut gerüstet, denn es liegen noch einige Wanderungen bei mir auf dem Computer, die noch nicht veröffentlicht wurden.

Blick von der Fähre in Rathen zu den Weißen Brüchen

Mit der Fähre setzen wir vom Bahnhof in Rathen auf der Elbe über, bevor wir gemächlich in den Amselgrund einzweigen. An der Stauung des Amselsees wechseln wir die Seite und laufen am rechten Ufer entlang, bis wir an eine Kreuzung kommen, die uns wieder auf den markierten Wanderweg führt. Langsam ansteigend geht es nun bergan, bis unvermittelt und kurz bevor es richtig steil zu werden droht, die Schwedenlöcher nach links abzweigen. Etliche Stufen und kurze Steigpassagen führen uns nun auf die Ebene zur Großen und Kleinen Gans hinauf. Im Gebiet gibt es zahlreiche, großartige Aussichten, die zur kurzen Rast einladen. Wir folgen nun wieder der blauen Markierung und haben in wenigen Minuten das Basteigelände erreicht. Hier lädt die Felsenburg Neurathen zu einer Runde ein, für die man ein paar Münzen in das klamme Kässchen (…) legen darf. Weiter geht es zurück über die Basteibrücke und hoch zur bekannten Aussicht, wo man sich um die besten Plätze schlagen kann.

Amselsee von hinten – links der Weg, wo wir herkommen

Viele Stufen zu Beginn in den Schwedenlöchern

Im Mittelteil wird es etwas flacher

Die wohl bekannteste Aussicht von der Kleinen Gans hinweg über den Wehlgrund auf das Felsmassiv der Bastei

Von der Basteiaussicht blicken wir auf den Wartturm

Schöne, in den Fels gehauene Steinstufen – ein Begehen wäre heute nicht ungefährlich

Langsam entfernen wir uns aber nun vom Touristenmagnet und wenden uns in Richtung Wehlen. Der Fremdenweg führt uns vorbei am Steinernen Tisch und hinein in den Höllengrund. Einige Stufen und ausgespülte Passagen später stehen wir an der großen Kreuzung, die uns links in den Zscherregrund und rechts in den Kohlgrud führt. Wir entscheiden uns für ersteren, biegen aber nach 250m auch schon wieder in einen nicht in der Karte vermerkten Weg ein. Es handelt sich um die ehemalige Zscherregrundquerung, die auf einer ähnlichen Wanderung auch schon einmal Erwähnung fand. Ein kurzer, steiler Pfad führt uns hinauf in eine Felsengasse und über einige Kehren und dichten Farn zum Brückwaldweg weiter. Der teils wiesenüberwucherte Forstweg führt uns in Richtung Kleiner Sandberg, zuvor zweigen wir aber in den Müllersteig ein, der die kürzeste Verbindung über den Kluftsteig zum Uttewalder Grund darstellt. In selbigem tauchen wir durch das Uttewalder Felsentor hindurch, wandern am Gasthof Waldidyll vorbei und kommen letztlich an die Kreuzung zum Zscherregrund.

Felsengasse (Zscherregrundquerung)

Und schon wieder geht es in den von der Namensherkunft her „schwarzen Grund“ und abermals verlassen wir ihn nach nur knapp 150m. Eigentlich hat der Zscherregrund diese Missachtung nicht verdient, heute geht es aber über die alten Stufen des Treppchens hinauf auf das Felsmassiv und über Grögers Gut und den Steinrückenweg hinab nach Wehlen. Ein schöne, teils anstrengende Tour war das, die alles dabei hatte, was es in der Sächsischen Schweiz zu bestaunen gibt: touristische Attraktionen und einsame, versteckte Pfade.

Christian Helfricht

Bilder folgen

Riegelhofstiege, Lehmannschlucht und Flüchtlingsweg

Bahnhof Wehlen – Robert-Sterl-Straße – Hermann-Schneider-Weg – Riegelhofstiege – Großer Bärenstein – Wanderweg (WM roter Strich) in Richtung Rauenstein – Lehmannschlucht – Gratweg Rauenstein – Pudelstein – Flüchtlingsweg – Der Kessel – Die Busch Wiesen – Robert-Sterl-Straße – Bahnhof Wehlen

Eine neue Wanderung, die ich mal alleine durchgeführt habe, an einem Vormittag Mitte Dezember. Wer sich kurz mal auf den Weg machen möchte, eine paar interessante Auf- und Abstiege mitnehmen und vielleicht schon zum Mittag wieder zurück sein möchte, dem kann ich die Tour nur empfehlen. Da es eine ähnliche Tour im Wanderarchiv schon gibt, möchte ich auch keine lange Wanderbeschreibung geben, sondern nur ein paar kurze Anmerkungen.

Und los geht es auf dem Hermann-Schneider-Weg

Wenn man die Riegelhofstiege erreicht hat, sollte man sich gut überlegen, ob man da hoch möchte. Denn ist man einmal durch die Höhle in den Mittelteil raufgestiegen, kommt man schlecht wieder runter (aber möglich ist das auch). Der Holzquerbalken, der einmal in der Höhle war, existiert nicht mehr. Ansonsten ist die Riegelhofstiege ohne Probleme zu meistern. Es geht über etliche große Geröllklumpen und ohne künstliche Hilfsmittel bergan. Oben angekommen, wird man mit einer herrlichen Aussicht vom Großen Bärenstein belohnt, der wohl zu Unrecht im Schatten seines kleinen Bruders steht.

Der Riegelhof

Durch eine enge Spalte geht es in die Höhle

Hat man sich durch die Höhle hochgerobbt, kann man sich das noch einmal von oben anschauen

Über einige Felsbrocken geht es nun hinauf

Hier nochmal von oben gesehen

Finsterer Blick vom Großen Bärenstein über den kleinen zum Königstein und dem Großen Schneeberg im Hintergrund

Und noch einmal der Blick zum Lilienstein

Auf dem Großen Bärenstein gibt es mehrere Pfade, die zu interessanten Passagen und auch Aussichten führen. Einige davon eignen sich spitzenmäßig um mal kurz Rast einzulegen. Vom Großen Bärenstein abgestiegen, geht es schnurstracks auf den Rauenstein zu. An dessen Sockel zweigt man in die Lehmannschlucht ein, nachdem man kurz an der betulichen Boofe vorbeigeschaut hat. Die Lehrmannschlucht ist der kürzeste Ausftieg auf den Rauenstein, wohl aber auch einer der unbekanntesten. Mäßig steil geht es auf einem kleinen Pfad um ein Felswand herum, der Weg ist mit kleinen Sträuchern gesäumt. Relativ plötzlich steht man auf einem Plateau und wenige Meter später hat man auch schon den Gratweg erreicht, genau an der Stelle der Gedenktafel.

Selten ausgedünnter Wald führt mich zum Rauenstein …

Boofe am Fuß des Rauensteins, rechts der Lehmannschlucht

Lehmannschlucht

Und schon hat man den Gratweg erreicht

An der Rauensteinaussicht blicken wir in den Hinteren Teil der Sächsischen Schweiz bis hin zum Rosenberg auf tschechischer Seite

Nun aber noch ab zur Aussicht, dann zurück über den Gratweg bis zum Pudelstein und dort unter genauem Studium der Karte den Flüchtlingsweg hinab. Um den zu finden, muss man schon sehr genau hinschauen, denn von oben (bzw. vom Mittelteil aus) ist er schwer zu finden. Zum Glück war unsere letzte Wanderung im Gebiet nicht so lange her. Schnell hat man Wehlen nun erreicht und die kurze Tour, für die man vielleicht 3 Stunden einplanen muss, ist auch schon wieder vorbei.

Rauensteingratweg

Schöne Stufenreihe auf dem Flüchtlingsweg

Christian Helfricht

Die Gründung einer Interessengemeinschaft Stiegen- und Wanderfreunde. Wozu?

Die Sächsische Schweiz mit ihrer 500 jährigen Geschichte als Kulturlandschaft zählt zu den reizvollsten Naturräumen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Hier prallen bizarre Felslandschaften, vielfältige Habitate, historische Weg- und Steiganlagen, geschützte Arten, Wanderer und Touristen aufeinander – oft in einmütiger Freundschaft und Wohlgesinntheit. Menschen treffen sich zu gemeinsamen Ausflügen, wollen dem dichten Gedränge der Stadt entfliehen, in stillen Schluchten wandern oder an ausgesetzten Riffen klettern. Viele möchten sich von den Zwängen, die der Alltag bietet, befreien und Natur so erleben, wie sie über Jahrmillionen entstanden ist, sich veränderte, aber auch verändert wurde.

Was wir wollen
Wenn wir, die Mitglieder der IG Stiegen- und Wanderfreunde, an die Sächsische Schweiz denken, dann kommen uns nicht Bastei und Königstein in den Sinn, sondern historische Wege, stille Gründe, verfallene Steiganlagen, gesperrte Gebiete und fragwürdige Entscheidungen der NPV. Manches von dem, was sich der Mensch in vielen Jahrhunderten selbst angeeignet hat, musste er an die Natur zurückgeben. Das war gut so und wird auch weiterhin der Fall sein. Das Elbsandsteingebirge ist ein Gebiet, das ständigen Veränderungen ausgesetzt ist – ein Gebirge im Verfall. So, wie es entstand, wird es auch wieder vergehen.

Unsere Ziele:
1. Wir, die Mitglieder der IG Stiegen- und Wanderfreunde, setzen uns für eine Begehbarkeit aller Wege und Stiegen in der Sächsischen Schweiz ein – allerdings nur, wenn die Wege und Pfade heute noch in irgendeiner Weise existieren. Wir sind für die Beibehaltung der Kernzonenregelung im Nationalpark Sächsische Schweiz, allerdings in einer neuen Art und Weise, die den Interessen von Mensch und Natur gleichermaßen entspricht: Wir setzen uns für ein Wegerecht ein, bei dem jeder in der Natur sichtbare Weg begangen werden kann – so wie es heute in einem Teil des Nationalparks der Fall ist. Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel bei brütenden Vögeln, etc.) kann ein Weg einer zeitlichen Sperrung unterliegen – nie aber ein ganzes Gebiet. Es soll weiterhin markierte Wanderwege, Bergpfade und Kletterzugänge geben, daneben aber auch sogenannte Insiderwege. Darunter verstehen wir alle restlichen Wege, die keiner Markierung unterliegen, aber trotzdem legal begehbar sind. Mit den genannten Wegekategorien erreichen wir eine Besucherlenkung, die es Touristen ermöglicht, die Sächsische Schweiz so zu genießen, wie sie es für richtig halten und naturnahen Wanderern den Zugang zu historisch wertvollen und wenig begangenen Wegen offen hält.

2. Schutz von Natur- und Kulturraum. Derzeit wird der Schutz des Naturraumes über alles gestellt. Aber hier leben auch Menschen. Die Sächsische Schweiz ist eine Region, die seit über 200 Jahren touristisch genutzt wird. Wir wollen wieder einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Belangen der Natur und denen des Menschen.

3. Kommunikation mit der Nationalparkverwaltung. Wir wollen nicht nur „meckern“, sondern uns auch mit Vorschlägen und Ideen einbringen. Dazu muss man natürlich miteinander reden. An einigen Stellen der Nationalparkverwaltung, so die Erfahrung, gibt es da durchaus offene Ohren und die Bereitschaft zu ehrlichen Diskussionen.

4. Arbeitseinsätze. Wenn es notwendig ist und seitens der NPV gewünscht wird, packen wir auch an. Die Waldarbeiter vom Nationalpark leisten oft eine wirklich gute Arbeit, aber sie können nicht alles schaffen. Sei es, dass ein paar Stufen zu erneuern oder ein Geländer zu reparieren ist. Bei einem Arbeitseinsatz 2010 nach dem Hochwasser beteiligten wir uns bereits daran, die Richterschlüchte wieder begehbar zu machen.

5. Dokumentation des aktuellen Status Quo: Wir möchten alle Veränderungen, die es so am Wegenetz gibt, möglichst zeitnah dokumentieren. Sei es, dass etwas gesperrt oder verhauen, oder sei es, dass etwas wieder geöffnet wurde. Wir wollen damit eine möglichst breite Öffentlichkeit für das Wegenetz herstellen. Denn wenn die Sperrungen nicht mehr heimlich passieren können, dann ist auch die Hemmschwelle dafür viel größer. Wir wollen für bekannte Steiganlagen „Patenschaften“ organisieren. Das heißt, bestimmte Mitglieder der IG werden regelmäßig mehrmals im Jahr „ihre“ Stiege aufsuchen und auf unserer Website den aktuellen Zustand dokumentieren.

6. Wir wollen für Wanderer so etwas wie eine Lobby schaffen, eine Anlaufstelle und eine gemeinsame Plattform. Denn die gibt es für Wanderer bisher nicht. Vielleicht kann sich unser loser Kreis von Enthusiasten ja dazu entwickeln.
Also mitmachen.

Die IG ‘Stiegen- und Wanderfreunde’ ist kein Verein, wer bei uns Mitglied werden will, muss keinen festen Jahresbeitrag bezahlen (für bestimmte Projekte werden wir künftig aber vielleicht um eine freiwillige auf das Projekt bezogene Spende bitten). Es soll keine Satzung geben und auch keine Mitgliederversammlungen. Wir wollen vielmehr über das Internet kommunizieren und uns treffen, wie wir wollen. Auch nur in kleineren Gruppen. Wir sind also ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter, die vor allem eines verbindet: die Liebe zur Sächsischen Schweiz und unseren Heimatgebirgen, unser aller Lieblingsfreizeitplatz.
Es soll keinen Mitgliedsbeitrag zur IG geben. Wir möchten keinen „Kassenwart“, keine Kassenprüfung und ähnliche Bürokratie. Es wird aber Projekte geben, die finanziert werden müssen. Deshalb soll es so sein, dass wenn per Votum der IG ein Projekt durchgeführt werden soll, die benötigten Finanzen ermittelt werden. Der Finanzbedarf wird im Netz veröffentlicht und wir werden dazu aufrufen, sich zu beteiligen. Sobald die Kosten gedeckt sind, wird das bekannt gegeben. Es wird ein Projektverantwortlicher benannt, der die finanzielle Abwicklung dieses Projektes übernimmt. Es soll kein Geld übrig bleiben, was zu verwalten wäre. Wir setzen auf die Solidarität und das Sponsoring durch unsere Mitglieder. Ob das funktioniert, wird sich herausstellen. Ein solches Projekt gibt es bereits: unsere Website sandsteinwandern.de.

(Kurzfassung, das komplette Dokument finden Sie hier)

Naturschutz in der Sächsischen Schweiz – Wohl und Weh

1. September 2011 1 Kommentar

Ende letzten Jahres ist ein neues Buch in der sonst so tristen und biederen Reihe edition Sächsische Zeitung erschienen. Darin folgen Reporter der Lokalredaktion Pirna den Spuren der Wildnis vor der Haustür, also der Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt in der Sächsischen Schweiz. Man kann das Buch als Sammelband der zuvor in der Zeitung abgedruckten Texte verstehen, aber es ist auch einiges mehr. An Einzelbeispielen, wie dem Gelben Veilchen und der Krähenbeere, dem Luchs und dem Gartenschläfer, wird dargestellt, inwiefern der Nationalpark den Naturschutzaspekt versucht zu realisieren. Kurze Steckbriefe zu Gefährung, Verbreitung, Bestand und Lebensraum, gepaart mit teils ansprechenden Bildern geben einen guten Überblick. Man erfährt einiges über die Arbeit der Ranger und lernt zu verstehen, warum der Naturraum in der Sächsischen Schweiz einen solch schützenswerten Charakter hat.

Leider muss man sich an manchen Stellen aber nur mit der halben Wahrheit zufrieden geben. Dies hat wahrscheinlich seinen Ursprung darin, dass wir es nicht mit Biologen zu tun haben, sondern mit Journalisten, die sich natürlich nicht tiefer in die Materie einarbeiten können. Am Einzelbeispiel der Krähenbeere heißt das dann, dass man nicht erfährt, um welche genaue Krähenbeere es sich handelt (ich vermute die Schwarze Krähenbeere, denn das ist die einizige, die gefährdet ist) oder dass es noch weitere Arten der Krähenbeere gibt, die nicht gefährdet sind. Anderes Beispiel: Der Artikel über die Waldkiefer lässt Fragen offen: Die Waldkiefer gilt als nicht gefährdet, steht aber bsw. auf den Felsriffen der Weißen Brüche zwischen Wehlen und Rathen. Hier liegt die Kernzone, hier soll kein Mensch sein. Eine naturschutzrechtliche Begründung bleibt dafür aber aus; kein kritisches Wort, warum u.A. wegen der Waldkiefer, die als extrem widerstandsfähig gilt, hier der Zugang für den Mensch verwehrt bleibt. Zudem frage ich mich, warum der Pflanzenexperte der NPV, Holm Riebe, Journalisten in die Kernzone führt (ich kann mich auch an einen MDR-Beitrag erinnern), einfachen Wanderern das aber nicht gestattet sein soll? Vielleicht sollte man mal geführte Wanderungen für verbotene Wege anbieten, lieber Nationalpark!?
Wenn man sich vom Buch im Übrigen Gründe erhofft, die die heutige Kernzonenregelung rechtfertigen, dann sucht man vergeblich. Da wird nicht mal der Sumpfporst helfen …

Um sich mal kritisch mit dem Naturschutz generell zu beschäftigen, empfehle ich ein Buch von Josef H. Reichholf. In Naturschutz – Krise und Zukunft beleuchtet Reichholf die fragwürdigen Ziele mancher Naturschützer und wie sie entstehen. Dabei räumt er mit gängigen Motiven auf und gibt einen Ausblick, wie man Naturschutz in Zukunft neu denken muss. Für alle, denen ein Interesse an der Natur beim Wandern nicht fehlt, empfehle ich beide Bücher dringend.

Christian Helfricht

Literatur:
Landgraf, Hartmut: Wildnis vor der Haustür. Reporter erkunden den Nationalpark Sächsische Schweiz, Freital 2010.
ISBN: 978-3-936642-09-4

Reichhold, Josef H.: Naturschutz. Krise und Zukunft, Berlin 2010.
ISBN: 978-3-518-26031-9

Einsame Wege im Wehlener Gründegebiet

Stadt Wehlen – (Wehlener Grund – Abrahamsgrund) – Steinrückenweg – Grögers Gut – Das Treppchen – Zscherregrund – Uttewalder Grund – Kluftsteig – Müllersteig – Kohlgrund – Namenloser Pfad kurz unterhalb Kohligtweg – Kohligtweg – Steinerner Tisch – Fremdenweg – Gansweg – Kletterzugang Große Gans – Kletterzugang Kleine Gans – Gansweg – Fremdenweg – Steinerner Tisch – Steinrückenweg – Weg „Auf dem Hahn“ – Hahnstufen / Zscherregrundquerung – Zscherregrund – Wehlener Grund – Teufelsgrund – Teufelskammer – Buschholzstraße – Stadt Wehlen

Karte: Böhm-Karte „Die Bastei“ 1:10.00
Anfahrt: S-Bahn aus Dresden Bahnhof Wehlen, mit der Fähre nach Stadt Wehlen übersetzen
Länge/Höhenmeter: 16km/595Hm

Für alle, die sich wie wir gern abseits ausgetretener Wanderpfade bewegen, haben wir nun ein besonderes Schmankerl. Unser letzte Runde in der Sächsischen Schweiz war eine der schönsten Wanderungen, die wir je durchgeführt haben. Und das ist wirklich nicht untertrieben. Wir bewegen uns im historisch wertvollen und äußerst interessanten Wehlener Gründegebiet, meiner persönlichen Lieblingsecke im Elbsandsteingebirge. Und an dieser Wanderung habe ich wirklich lange gefeilt, etliche Stiegenbücher- und Wanderführer durchgeschaut, Wanderkarten gesichtet, Kletterzugänge auf Begehbarkeit geprüft, im Internet gestöbert, usw. Rausgekommen ist eine Tour von circa 5 Stunden (ohne Pausen), die auch ein wenig anstrengend ist, weil es ständig auf und ab geht, aber wirklich jedem empfohlen ist, der die alten, schon in Vergessenheit gekommenen Pfade schätzt. Und wir haben bei weitem noch nicht das gesamte Pensum an Möglichkeiten in dem Gebiet ausgeschöpft. Auf uns warten noch der Broschegrund, der Brückwaldsteig, der Aufstieg hoch zu den Hinteren Haaren, Borntelle/Tiefer Grund, Diebskeller, und viele kleine Wege mehr. Mein Dank gilt wieder mal vor allem Axel Mothes für seine Stiegen- und Bergpfadebücher, die uns die Wege erst bekannt gemacht haben und natürlich Rolf Böhm, ohne dessen Detailkarten man wohl völlig den Überblick verlieren würde. Für diese Wanderung ist besonders die Böhm-Karte „Die Bastei“ (1:10.000) unbedingt notwendig. Die Wegebezeichnungen orientieren sich hauptsächlich an den Angaben der Böhm-Karte.

Unsere Wanderung beginnt in Wehlen an der Fährstelle. Wir wollen zunächst hinter in den Wehlener Grund und dann den Abrahamsgrund hoch zu Grögers Gut. Leider ist der Wehlener Grund doch noch gesperrt, sodass wir über den Steinrückenweg Grögers Gut erreichen. Zuvor jedoch inspizieren wir noch ein wenig den Wehlener Grund, sehen die enormen Zerstörungen und schauen uns zumindest von unten den Abrahamsgrund an, der gut zugänglich und begehbar erscheint. Ein Wandern durch den Wehlener Grund ist momentan aber noch nicht wieder erwünscht, wird uns freundlich mitgeteilt. So kehren wir um, begehen wie erwähnt den Steinrückenweg, zweigen zu Grögers Gut ab und folgen einem breiten Weg in den Wald.

Gesperrter Wehlener Grund (Allerdings ist nur der erste Teil bis Abzweig Teufelsgrund gesperrt).

Steinrückenweg

Nun kommt eine erste historische Steiganlage – das Treppchen. Der Zugang ist relativ leicht zu finden. Kurz bevor der Waldweg endet, biegt ein kleiner Pfad links ein und führt langsam hinab. Schon stehen wir am Abstieg, doch zuvor bietet sich über einen kurzen Abstecher links ein Blick in den Wehlener Grund. Wir beginnen nun den kurzen Abstieg in den Zscherregrund über das Treppchen. Der kleine Pfad führt zunächst über wenige Kehren mit einzelnen Stufen in ein Felsenrondell und durch eine feuchte Felsgasse hindurch. Hier sind Teile des Weges wohl erst kürzlich weggebrochen. Doch der Weg lässt sich gut begehen und nach einigen Steinstufen steht man schon im Zscherregrund. Schaut man noch mal in das Treppchen hinauf, wirkt das alles sehr beschaulich, ja romantisch.

Blick zurück: über wenige Wegkehren sind wir von oben ins Treppchen eingestiegen.

Der Weg führt hinab in …

… eine kurze Felsengasse.

Das Treppchen vom Zscherregrund aus gesehen.

Am Freundschaftsstein biegen wir rechts in den bekannten Uttewalder Grund. Im gesamten Grund gibt es noch immer massive Schäden nach den Herbst-Unwettern im vergangenen Jahr. Die nächsten historischen Wege aus dem Uttewalder Grund kommen kurz vorm Gasthof Waldidylle. Links über eine gesperrte Brücke würde es auf die Hinteren Haare hoch gehen, vom Uttewalder Grund sind die Treppen schon zu sehen. Genau an der Stelle den Blick nach rechts den Hang hinauf gewendet, würde es über einen kurzen, steilen Steig zum Brückwaldweg hinauf gehen. Für uns sind diese Wege heute nicht eingeplant, aber für später schon vorgemerkt. Nebenbei erwähnt sind diese Wege mittlerweile legal zu begehen, denn wir befinden uns nicht in der Kernzone. Wir wandern weiter, der Grund wird nun enger und es folgt das berühmte Uttewalder Felsentor. Auch hier sind deutliche Zerstörungen sichtbar. Nach dem Felsen wechselt die Stimmung – auf einmal erfüllen Schnee und Eis das Bild. Bis der Kluftsteig, den wir rechts hinauf gehen, abzweigt, ist das Eis aber schon wieder verschwunden.

Plötzlich: Schnee im Uttewalder Grund

Wenn man am Kluftsteig alle Stufen überwunden hat, zweigt rechts ein zunächst unscheinbarer Pfad ab, der im Verlauf zum breiten Waldweg wird. Wir sind nun auf dem Müllersteig gelandet. Dieser verbindet Kluftsteig und Kohlgrund. Dabei queren wir den Brückwaldweg, gehen auf diesem in etwa 100m rechts und zweigen dann über eben jenen Müllersteig in den Kohlgrund hinab. Auch dieser Zugang ist nach kurzer Suche gefunden. Der Müllersteig ist ein sehr angenehmer, kurzer Weg, der viel schöner ist als der markierte und parallel laufende Knotenweg.

Kluftsteig

Müllersteig

Im Kohlgrund angekommen, geht auf der gegenüber liegenden Seite der Holzengrund hinauf zum Steinernen Tisch. Da wir diesen schon kennen, wollen wir eigentlich den Kohligtweg nutzen. Kurz bevor dieser allerdings nach rechts abzweigt, biegt aber noch ein weiterer Pfad auf der rechten Seite ab (nicht auf Böhmkarte eingezeichnet). Dieser ist nicht zu übersehen und führt in einem Linksbogen hinauf und endet schließlich auf dem Kohligtweg. Der Kohligtweg ist ein größerer Waldweg, der in einem weiten Halbkreis letztlich auch am Steinernen Tisch endet. Hier ist ein idealer Punkt für eine erste Rast, es ist im Übrigen auch Punkt 12.

Gut zu erkennen: Der alternative Pfad führt in einem Halbkreis zum Kohligtweg. Der Anfang ist ganz gut begehbar, …

… der Pfad wird dann aber immer kleiner (Blick zurück).

An dieser Stelle könnte man die Wanderung nun abkürzen, so man möchte. Wir wollen allerdings noch zu den Aussichten auf der Großen und Kleinen Gans. Über die bekannten Wanderwege (Fremdenweg, Gansweg) sind wir nun an den Abzweig in die Schwedenlöcher gekommen. Gerade aus führt uns ein gut ausgebauter Kletterzugang zur hervorragenden Aussicht auf der Großen Gans (in der Nähe des Kletterfelsens „Höllenhund“). Eine weitere Aussicht führt uns an die Kleine Gans (Pavillonaussicht). Von dieser Aussicht zweigt ein Kletterzugang auf die Kleine Gans ab, von der sich weiterhin noch einige Aussichten bieten (hier besonders ein klassischer Blick auf die Bastei). Nach diesem kurzen Abstecher geht es zurück zum Steinernen Tisch. Wer diese Aussichten nicht mitnehmen und den Touristenströmen auf der Bastei entgehen möchte, der kann an dieser Stelle nun wieder einsteigen (und spart eine Stunde).

Kletterzugang Große Gans

Über ein paar Steinstufen geht es zum luftigen Aussichtspunkt

Wir stehen nun wieder am Steinernen Tisch und wandern auf dem markierten Wanderweg in Richtung Höllengrund. Wir gehen allerdings nicht gerade aus in den Grund, sondern links, den Steinrückenweg, entlang. An der nächsten Möglichkeit biegen wir rechts in einen großen Weg ein, der uns ins Waldgebiet „Auf dem Hahn“ führt. Leicht abfallend führt uns der Weg schnurgerade in Richtung Westen. Kurz vor Wegende biegt links der Weg aus dem Broschegrund ein (ein weiterer noch zu ergründender Weg). Wir bleiben aber auf unserem Weg, der nun aber abrupt endet. Wie weiter? In Mothes Bergpfadebuch II war von einer Zscherregrundquerung die Rede, die es nun auch zu finden gilt. Dies ist schnell geschehen. Ein kurzes Wegstück rechts, und durch relativ jungen Baumbestand führt ein kaum zu erkennender Pfad links hinab. Auch einige Stufen sind im Anfangsbereich zu erkennen. Dies sind also die Hahnstufen, die auch auf der Böhm-Karte eingezeichnet sind. Durch viel Laub geht es relativ steil hinab und über wenige Kehren im unteren Bereich hat man schon den Zscherregrund erreicht.

Weg „Auf dem Hahn“ (gerade aus)

Am Wegesrand dieses komische Gebilde. Was soll das nur sein?

Die Hahnstufen. Zumindest ein Teil davon sieht man gleich am Anfang des Abstiegs in den Zscherregrund.

Abstieg Hahnstufen von oben …

… und von unten (Teil 1 der Zscherregrundquerung)

Da für unsere Wanderung nicht unbedingt erforderlich, habe ich nun allein einen kleinen Abstecher in den anderen Teil der Zscherregrundquerung unternommen. Der kleine Pfad ist eigentlich nicht zu übersehen, denn da wo man gerade herkommt, geht es auf der anderen Seite wieder hoch. Und da erblicke ich eine durchweg grüne, leicht feuchte, wilde Felsengasse, die stetig ansteigend nach oben führt. Immer wieder müssen kleine Hindernisse überwunden oder umgangen werden. Oben kommt man dann auf dem Brückwaldweg heraus. Für mich war dieser Teil der schönste der Wanderung, besonders weil er so extrem verlassen wirkte.

Auf der anderen Seite der Hahnstufen geht es einen kleinen Pfade über wenige Steine nach oben. Der zweite Teil der Zscherregrundquerung!

Ein Durchgang führt nun weiter nach oben. (Hier im Blick zurück). Bald hat man den Brückwaldweg erreicht.

Wieder zurück im Zscherregrund führt uns unsere Wanderung in den oberen Teil des Wehlener Grundes (der obere Teil ist offen) und zweigt dann in den Teufelsgrund ab. Dieser ist zwar noch mit Sperrschild versehen, kann aber gut begangen werden. Allerdings sind deutliche Zerstörungen im Wegverlauf zu beobachten. Durch die Teufelskammer steigen wir hinauf zur Buschholzstraße, die uns wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Wehlen bringt.

Anfang vom Teufelsgrund, der zwar noch gesperrt war, aber schon wieder gut zu begehen ist

Teufelskammer

Christian Helfricht

Über den Flüchtlingsweg auf den Rauenstein

Bahnhof Wehlen – Robert-Sterl-Straße – Das Saugel – Der Kessel – Flüchtlingsweg – Pudelstein – Angelehnter Fels – Flüchtlingsweg – Rauenstein Gratweg – Aussicht Rauenstein – Abstieg (WM gelber Strich) – WM Roter Strich in Ri. Großer Bärenstein – Abzweig in Weg Ri. Tiefer Grund – Tiefer Grund – Hermann-Schneider-Weg – Riegelhofstiege – Großer Bärenstein – Hermann-Schneider-Weg – Knöchel – Hermann-Schneider-Weg – Robert-Sterl-Straße – Bahnhof Wehlen (Bergpfadebuch III von Axel Mothes unbedingt notwendig)

Karte: Böhm-Karte „Die Bastei“ 1:10.000
Anfahrt: S-Bahn bis Bahnhof Wehlen
Länge/Höhenmeter: 8,7km/395Hm

Sonntag in aller Frühe ging es also auf die nächste Wanderung. Diesmal, so hatte ich ja schon geschrieben, sollte der Flüchtlingsweg hoch auf den Rauenstein begangen werden. Ich hatte ja so meine Bedenken, ob das denn wirklich was ist, aber: es war ausnahmslos klasse! Der Flüchtlingsweg, ja, das kann man sagen, ist ein echter Geheimtipp. Vielen Dank an Herrn Mothes, dass er den alten Text recherchiert und dieses Relikt ausgegraben hat und für die Wanderfreunde in seinem Bergpfadebuch III publizieren konnte. Da man ja sonst über diesen Flüchtlingsweg so rein gar nichts findet, ist das schon aller Ehren wert.

Die wichtigsten Begleiter für die Wanderung: Axel Mothes‘ „Bergpfade & Andere Wege Band III“ und Rolf Böhms Detailkarte „Die Bastei“

Da unsere Tour abseits vom Flüchtlingsweg auf bekannten Wegen verläuft und so ähnlich auch schon mal durchgeführt wurde, werde ich mich bei der Beschreibung vor allem auf den Flüchtlingsweg konzentrieren. Wir starten also in Wehlen am Bahnhof und gehen die Straße in Richtung Naundorf hinauf. Wir zweigen an der ersten Kehre in „Das Saugel“ ein (ich hoffe, damit ist der Weg gemeint) und wandern an den Busch-Wiesen vorbei. Der erste Abzweig nach links wird genutzt und der „Der Kessel“ durchquert. Der Weg endet auf einem größeren Weg, der ebenfalls von Wehlen kommt. Nun ist ein wenig Aufmerksamkeit gefragt, damit man den Anfang des Flüchtlingsweges nicht verpasst. Ein winziger Pfad zweigt links ab und steigt zunächst nur wenig an. Dies ist also der erste Teil des historischen Flüchtlingsweges, wie ihn Axel Mothes uns präsentiert und wie er auf der Böhm-Karte (Die Bastei 1:10.000) auch eingezeichnet ist.

Das Saugel

Kaum zu sehen: der Beginn des Flüchtlingswegs

Der Flüchtlingsweg führt zunächst gemächlich in wenigen Serpentinen bis an eine Steilstufe heran, die mit einigen Stufen überwunden wird. Bis hier hin ist der Weg schon nicht schlecht. Am Rand Steine, die den Weg führen und eine in Stein gehauene Sitzbank. Der Weg wird immer deutlicher, verfehlen kann man hier nichts. Wenn man die Stufen überwunden hat, wendet sich der Weg kurz nach rechts, um gleich wieder nach links einzubiegen und in einen Kessel hochzusteigen. Auf der linken Seite gibt es noch einen größeren, abgehauenen Stein, der ebenfalls einer Sitzbank ähnelt. Der Weg führt nun nur noch wenig ansteigend durch den Kessel. Rechts zeigen sich schöne Sanduhrverwitterungen, links erheben sich zwei große Felsbottiche. Aus dem Kessel führt der Weg rechts um den Stein heraus. Wir kommen auf einen etwas größeren Weg, der uns nun entgegen des Uhrzeigersinns zum Flächennaturdenkmal „Pudelstein“ führt. Damit liegt der erste Teil des Flüchtlingsweges hinter uns. Dieser ansich ist schon ein schöner, beschaulicher Pfad, der von der unteren Ebene (Busch Wiesen) an den Fuß des Rauensteins führt. Zugleich ist dieser Weg schöner als der ausgelatschte gelb markierte Wanderweg, der aus westlicher Richtung auf den Rauensteinkamm führt.

Kleine Steinbank im Anfangsbereich

Treppe, die den etwas steileren Teil überwindet. Die bemoosten Stufen sind schon von weitem erkennbar.

Durch den Kessel führt der Weg nach oben.

FND Pudelstein mit den speziellen …

… Brauneisenablagerungen

Der zweite Teil des Flüchtlingswegs ist nun allerdings das wirkliche Highlight. Nachdem man den Pudelstein passiert hat, geht man nur ein kurzes Stück in Richtung Rauenstein, bis auf der linken Seite ein großer Felsblock am Wegrand liegt. Daneben führt ein Pfad an den Felsfuß. Hier sieht man einen großen Felsabbruch, der sich an den Rauenstein angelehnt hat. Wenn man so vor diesem Gebilde steht, ist man von den Kräften, die im und auf den Sandstein wirken, überwältigt. Der eigentliche Weg führt nun im Uhrzeigersinn um das Felsriff herum und in die Schlucht hinein. Eine Pfadspur ist auch gut zu erkennen. Man landet im Anfangsbereich in einem ersten Kessel, wo eine Boofe am Stein platziert wurde. Bis zu dieser Stelle finden sich schon viele Felsinschriften und Zeitdatierungen. Weiter geht der Pfad auf der linken Seite hoch in einen lang gezogenen, weiteren Kessel. Dieser ist schnell durchquert und am Ende steht man vor großen Felswänden. Hindurch führt eine maximal einen Meter breite, steile Felsengasse. Nun weitet sich die Gasse etwas und wir stehen in einem neuen Teilstück. Hier führt rechts ein kleiner Abzweig (etwas abschüssiger Pfad) zu einer wunderbaren Aussicht auf das Gebiet der Tafelberge. Diese Aussicht an der Felsmurmel ist aber nach Axel Mothes nicht alles. Offensichtlich soll es links der Aussicht eine Möglichkeit geben, über ein paar Spalten noch etwas weiter zu gehen. Ich persönlich habe mich das nicht getraut, denn mir schien der Abschnitt etwas riskant. Für Wagemutige ist das aber bestimmt möglich. Zurück auf dem eigentlichen Flüchtlingsweg geht es noch ein Stück bergan, bis man nach links noch einmal steil zum Rauensteingratweg hinauf steigt. Der Untergrund ist die ganze Zeit übrigens etwas rutschig, denn alles wirkt irgendwie aufgewühlt. Das richtige Terrain, um meine neuen Wanderstiefel mal auszutesten.

Angelehnte Wand

Hier beginnt nun der zweite Teil des Flüchtlingsweges.

Rechts eine Boofe, links geht der Weg hoch.

Datumsangabe 1754

Flacher Teil, der …

… in den Kessel führt. Am Ende beginnt die Engstelle, die …

… man hier von oben sieht.

Hier der kleine Weg zur Aussicht …

… mit einem wunderbaren Blick auf die Bärensteine.

Hier soll es nach Axel Mothes noch weiter gehen. Die Balkenlager sind gut zu erkennen.

Hier geht es noch einmal steil hoch zum Gratweg auf dem Rauenstein.

Das war nun also der Hauptteil des Flüchtlingsweges. Oben auf dem Rauenstein wird man dann schon einmal etwas verwundert angeschaut, wo man da nun hergekraxelt kommt. Mothes verweist darauf, dass man auf der anderen Seite über den Bärengrund absteigen kann. Für unsere Tour ist das zwar nicht notwendig, aber zumindest einen Teil davon haben wir uns mal angeschaut, auch weil eine Aussicht auf die Weißen Brüche und die Bastei möglich war. Der Anfang war wieder recht steil, man landet ebenfalls in einem großen Kessel und steigt noch ein ganzes Stück durch eine Felsengasse ab. Dieser Weg scheint aber, zumindest historisch, nicht von größerem Interesse zu sein und erschien mir auch etwas beschwerlicher als der Aufstieg.

Wenn man ein kleines Stück auf der anderen Seite absteigt, kann man über einen Pfad zu einer schönen Aussicht auf die Weißen Brüche und die Bastei gelangen.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nichts davon, dass sich nur wenige Augenblicke zuvor ein Mann von der Basteiaussicht in den Tod gestürtzt hatte. Die Bergwacht musste die Leiche von der Rahmhanke abtransportieren.

Auf dem Rauensteingrat zurück wandern wir in Richtung der Gastwirtschaft und steigen dann hinab. Vom gelb markierten Weg wechseln wir auf den roten und zweigen an einer Kreuzung in Richtung Tiefer Grund ab. In wenigen Kehren hat man den Grund erreicht, der hoch zum Hermann-Schneider-Weg führt. Diesen Weg gehen wir, bis rechts das Felsmassiv „Knöchel“ in den Blick kommt. An dieser Stelle zweigt links ein kleiner Pfad in Richtung Großer Bärenstein ab. Hier geht man bis an den Fels heran, nach rechts um die Ecke und man steht im Riegelhof. Über uns ragt der Kletterfels Conradturm auf und im Talschluss geht die Riegelhofstiege hinauf. Große Überraschung: wir müssen eine geschlagene halbe Stunde warten, bis sich der Gegenverkehr nach unten gequält hat. Oben auf dem Großen Bärenstein bietet sich eine schöne Aussicht auf den kleinen Bruder. Ein kleiner Pfad führt uns nun in süd-westlicher Richtung hinab und wieder auf den Hermann-Schneider-Weg. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Knöchel und wandern dann in Richtung Wehlen zurück zum Ausgangspunkt.

Der rot markierte Wanderweg

Der Tiefe Grund. Ein wirklich schöner, alter Weg mit Mauerresten im Anfangsbereich.

Riegelhof und …

… Riegelhofstiege. Im Anfangsbereich etwas beschwerlich.

Knöchel
Vielen Dank an Axel Mothes/Stiegenbuchverlag für die Beschreibung des Flüchtlingswegs auf den Rauenstein.

Christian Helfricht