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Das Ende der Freiheit

zur Eintrittsgebühr für den Schlosspark Pillnitz

Heute ist der letzte Tag vor einer Zeitenwende. Heute ist die letzte Möglichkeit, den Schlosspark Pillnitz so zu genießen, wie es über Jahrhunderte möglich war – frei, zwanglos und umsonst. Was von Generation zu Generation ward weitergegeben, beendet die Landesregierung aus CDU und FDP mit einem Schlag: Ab 2. April kostet das Betreten des Schlossparks Eintritt. Und viele der historischen Eingänge stehen vor der ewigen Schließung.

Wenn schnöde Sparpolitik den kuturellen Bereich erfasst wirds schwierig. Das war schon immer so. Denn da hängt Herzblut dran, Erinnerungen und ein wenig Nostalgie. Doch was zählts, wenn Argumente auf sture Neinsager, wenn Bürger gegen den politischen Willen demonstrieren?

Heute findet 15 Uhr der letzte Protestspaziergang der Bürgerinitiative „Freier Parkzutritt“ statt. Die Initiative hat sich mit großem Engagement für den kostenlosen Parkeintritt eingesetzt, Argumente gesammelt, Podiumsdiskussionen veranstaltet, Unterschriftenlisten gesammelt uvm.

Die wichtigsten Argumente:

„Der Schlosspark Pillnitz ist integraler Bestandteil unseres Kulturraumes und seit Jahrhunderten öffentlich zugänglich. Dies darf nicht aufgrund einseitiger wirtschaftlicher Überlegungen geändert werden.“

„Die Öffentliche Hand hat die treuhänderische Aufgabe, den Schlosspark Pillnitz unter dem sozialen Gesichtspunkt der Erholung, dem stadt- und landesgeschichtlichen Aspekt der Allgemeinbildung, sowie der naturkundlichen und ästhetischen Aufgabe der Schulung seiner Bevölkerung unentgeltlich offen zu halten. Insbesondere die ansässige Bevölkerung hat ein angestammtes Recht auf die freie Nutzung des Parks.“

„Der Park erfüllt eine nicht zu unterschätzende Identität stiftende Aufgabe. Gerade hier am Elbhang gibt es zahlreiche Beispiele bürgerschaftlichen Engagements (Weinbergkirche, Erhalt der Gartenbauschulen und Altersheim Maillebahn, Ortsvereine, Elbhangfest) als praktizierte Identität mit der Heimat.“

„Eine Eintrittsgebühr ist abzulehnen, weil sie finanziell besser gestellte Menschen bevorzugt und schlechter gestellte Menschen, die aufgrund der anhaltenden Teuerung oder anderer Umstände sparen müssen, ausschließt, also benachteiligt.“

Christian Helfricht

Eine der Türen, die nun geschlossen bleiben wird

Es sollte kein Problem sein die neuen Kassenhäuschen einfach wegzutragen …

Elbhangfest 2011 – Weniger Gäste, viel Engagement und schlechtes Wetter

Elbhangfest Fazit

Das Elbhangfest ist vorbei, nun bleibt noch ein kleines Fazit. Ich sehe das diesjährige Elbhangfest mit gemischten Gefühlen. Zum einen finde ich es großartig, was da dieses Jahr wieder von der Veranstaltern auf die Beine gestellt wurde und wie man den Wetterwidrigkeiten trotzte. Es waren wirklich großartige Bands dabei, es gab engagierte Künstler, Gewerbetreibende und Anwohner. Die Möglichkeit des günstigen Dampferfahrens war innovativ. Zum anderen gab es viele Enttäuschungen: Der Umzug war ein absoluter Reinfall. Es gab viele Bands, die musikalisch schwach waren und trotzdem so etwas wie „Starallüren“ (DNN) zeigten. Auch die alte Kritik, dass es jedes Jahr das gleiche wäre, ist nicht von der Hand zu weisen. An den Preisen für das Elbhangfest (aber auch auf dem Elbhangfest) muss man ebenfalls Kritik üben dürfen.

In der Presse ist heute von 70.000 (SZ) bis 75.000 Besuchern (DNN) die Rede. Dabei gibt es in den Zeitungen unterschiedliche Zahlen aus dem letzten Jahr (DNN: 80.000, SZ: 100.000) zum Vergleich (Wie kann das sein? Persönlich erinnere ich mich an 80.000!). Überhaupt ist das Fazit der Presse unterschiedlich: Die Sächsische Zeitung lobt das Elbhangfest und findet keine Kritik. Möglicherweise merkt man hier, dass die SZ einer der Hauptsponsoren war. In den Dresdner Neuesten Nachrichten ist gleich auf dem Titel ein Beitrag, der sich mit den sinkenden Besucherzahlen beschäftigt. Es wird zudem auch darauf eingegangen, dass viele Besucher das Gefühl hatten, dass deutlich weniger Menschen auf dem Elbhangfest anzutreffen waren. Auch Kritik an den Eintrittspreisen (bsw. dass man abends immer noch den vollen Tagespreis zahlen musste) wurde in den DNN laut. Zudem wurde auch das bestätigt, was uns zu Ohr gekommen war: Ruhestörungen und viele zerschmetterte Glasflaschen auf der Pillnitzer Landstraße.

Und noch ein paar Links:
Karsten bringt auf seiner Seite einen Bericht mit vielen Bildern vom Elbhangfest: Karstens Heimatseite
Franks Gesammeltes Halbwissen: Elbhangfest 2011
SZ-Beitrag: So teuer ist das Elbhangfest für Familien
Fazit vom Elbhangfest e.V.: Elbhangfest
Dresden Fernsehen hat ein kleines Video zusammengeschustert: Dresden Fernsehen
Bericht vom Frühstückslauf : Loslaufen (Blog von Ralf)
Video vom Frühstückslauf am Sonntag: Frühstückslauf 2011
Video mit Impressionen vom Elbhangfest: DRESDENEINS.TV

Elbhangfest, Tag 3 (Sonntag)

In Dresden beginnt der Sonntag Morgen verregnet. Überraschend hatte es gestern noch recht lange ausgehalten, über die Nacht dann geregnet und den heutigen Tag über immer mal wieder genieselt. Und so ist auch die Stimmung auf dem Elbhangfest. Alles etwas schlappt, ausgelaugt und müde. In Hosterwitz wischt man vor allem Bänke trocken und an der 88. Grund- und Mittelschule hängen die Plakate, mit denen für einen Erhalt der Schule protestiert wird (hier bin ich zur Grundschule gegangen). In Pillnitz gibt es Kaffee und Kuchen bei Wippler und in Wachwitz spielen schon wieder die Russian Doctors. Na sowas.

Doch in Niederpoyritz herrscht gute Stimmung. Auf dem alten Schulgelände (damals bin ich auch hier zur Schule gegangen, diesmal aufs Gymnasium), dem Elbhangtreff, ist wie immer alles auf Kinder ausgerichtet. Das ist wirklich angenehm und deswegen ist es hier auch schon wieder gut gefüllt. In Loschwitz schließlich ergattern wir noch zwei schöne Bücher und ein Kilo Kirschen noch obendrein, sodass wir gut gelaunt den Nachhauseweg antreten können.

Ein paar Bilder vom Sonntag:

Trübes Wetter schon an der Fährstelle

Die Schnecken freuen sich …

Elbhangtreff

Elbhangfest, Tag 2 (Samstag)

Es ist noch recht früh am Tage, als wir von unseren Katern geweckt werden, richtig gut geschlafen haben wir nicht. Der gestrige Abend steckt irgendwie noch in den Füßen. Samstag ist immer Hauptaktionstag auf dem Elbhangfest. Der traditionelle Festumzug beginnt um elf Uhr in Loschwitz. Dieses Jahr muss Lingner als Thematik ausreichen – leider merkt man, dass das vielleicht doch etwas zu wenig war. Der diesjährige Festumzug ist inspirationslos, langweilig und sehr leise.

So machen wir uns auf in Richtung Pillnitz, besuchen auf dem Weg das Künstlerhaus mit zwei Ausstellungen (vom Künstlerpaar Doreen Wolf und Thomas Reichstein), kehren ins Café im Grünen an der Pillnitzer Landstraße 126 ein (da gibt es immer leckeren Kuchen) und bestaunen die Schauvorführungen der historischen Motorboote am Wachwitzer Ufer (wirklich großartig!). Das hat offenbar eine lange Tradition, denn die erste Veranstaltung dieser Art hat es schon 1935 gegeben.

In Pillnitz schlendern wir über den Handwerkermarkt auf dem Schlossparkplatz und kommen ins Weindorf, wo sich die Ersatzband „Colinda“ auf ihren Auftritt vorbereitet. Die Band ist sehr interessant besetzt: Schlagzeug, Gitarre, Akkordeon, Geige, Kontrabass und besonders interessant: Lapsteel und Waschbrett – das hört man so auch nicht oft.

Ein paar Bilder vom Samstag:

Ein paar Bilder vom Festumzug

Motorboot auf der Elbe

Die Band Colinda spielt im Weindorf in Pillnitz

Elbhangfest, Tag 1 (Freitag)

Wann hat man mal solchen Platzregen erlebt? An der Alten Feuerwache in Loschwitz warten wir auf die Russian Doctors und es fängt an zu regnen. Aber regnen ist echt untertrieben. Wir sind nass bis auf die Haut. Trotz Regenjacke und Schirm. Die Russian Doctors sind eine einzige Enttäuschung. Lieder vom Saufen und wie schön das alles so ist. Hm, eine paar Fans ergehen sich doch in Jubelstürmen – schnell weiter. An der Elbe spielt die Vorband der Yellow Umbrellas, Eiszeitklub. Ebenfalls nur Mittelmaß. Da lohnt der Gang aufs Klo.

Aber nun gehts richtig los: Auf der Hauptbühne sind für 21Uhr „Die Ukrainiens“ angesagt, mit russischen Texten, einem Saxophon (die junge Dame ist großartig) und einem Akkordeon, sowie einem brillanten Schlagzeuger. Das ist Musik, man, da kann man gar nicht ruhig bleiben. Ansonsten ist recht wenig los – das Wetter scheint doch einige Leute abgeschreckt zu haben. Um 23.15Uhr begannen dann die Cavaleros mit recht sanften Klängen, die den sonnigen, nassen und trotzdem sehr angenehmen Abend ruhig ausklingen lassen.

Ein paar Bilder vom Freitag:

Die Kunsthandwerker(-abteilung)

Warten auf die russischen Doktoren

„The Russian Doctors“

Und der Regen weicht dem Regenbogen …

Auf dem Drachenbootgelände spielen Eiszeitklub

Richtig klasse: „Die Ukrainiens“

Vorm Plattenladen Sweetwater Records

Abschluss des Abends: Calaveras

Nach dem Regen kommt die Sonne und dann der Regen … und nach dem Regen …

Das Elbhangfest-Wochenende steht vor der Tür, heute Abend geht es nach Loschwitz. Kurz vorm Losmachen ging jetzt noch ein kurzer, aber kräftiger Schauer nieder. Mit abwechselnden Verhältnissen muss man wohl das gesamte Wochenende rechnen. Dieser
Blogeintrag wird, wenn sich die Zeit findet, über das Wochenende immer mal wieder aktualisiert. Mal werde ich ein paar Eindrücke schildern, mal ein paar Bilder posten. Und wenn es ganz schlecht läuft, gibts die nächste Aktualisierung erst am Montag. Aber das wollen wir mal nicht hoffen.

In Vorfreude,
Christian

„Odole mio!“ – Das 21. Elbhangfest feiert Karl August Lingner

150 wäre Karl August Lingner dieses Jahr geworden. Einer, dem in seinem Leben zunächst nicht alles gelungen ist, der es dann aber zu großer Berühmtheit geschafft hat mit einem Mittelchen, das auch heute noch in aller Munde ist. Einer, dem man viel zu verdanken hat, wenn es um Aufklärung geht und Bewusstsein schaffen, der Gemeinnutz und Unternehmertum unter einen Hut bringen konnte.

Lingner und Dresden – das gehört untrennbar zueinander. Lingner war es, der maßgeblich die 1. Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden im Jahr 1911 plante und vorbereitete. Es sollte mit mehr als fünf Millionen Besuchern ein großer Erfolg werden. Auch dieses Jubiläum feiert das am kommenden Wochenende stattfindende 21. Elbhangfest.

Und Lingner soll man überall antreffen, wenn man sich auf den Weg macht vom Körnerplatz zum Pillnitzer Schlosspark oder umgekehrt. Aber auch das Lingnerschloss (also die Villa Stockhausen) ist diesmal Teil des Programms. Hier soll das Eröffnungskonzert stattfinden mit Stücken von Lingners Lieblingskomponisten Mozart und Beethoven. Auf musikalischer Ebene soll es beim diesjährigen Elbhangfest viele Anspielungen geben; eine von Puccini geschriebene Ode soll zur Festhymne werden. Auch der traditionelle Festumzug ist von Lingner geprägt. Von Lingners Erfindungen bis zu alten Automobilen soll alles dabei sein.

Zusätzlich gibt es dieses Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, auf dem Elbhangfest-Dampfer von Loschwitz nach Pillnitz zu tuckern, zu einem wirklich günstigen Preis von nur 4 Euro. Doch die Plätze sind begrenzt. Karten erhält man zusammen mit den Elbhangfestarmbändern an allen Vorverkaufsstellen.

Doch das wichtigste bleibt beim Elbhangfest immer wieder: die Gastfreundlichkeit der Anwohner am Elbhang, die ihre Gärten und Häuser öffnen, Veranstaltungen organisieren, Bands einladen und sich immer wieder viel einfallen lassen. Ohne die Stände, ohne das Engagement der vielen wäre das alles gar nicht möglich.

Christian Helfricht

Elbhangfest e.V.
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DNN-Artikel

(Foto: PR)

Eichhörnchen im Pillnitzer Park (27.03.2011)

Gesammelte Wanderungen

In letzter Zeit waren wir zu einigen interessanten Wanderungen unterwegs, die ich jetzt einmal gebündelt und soweit ich mich erinnern kann, schildere. Dabei möchte ich markante Wegpunkte nennen, damit die Wanderungen auch auf der Karte zu verfolgen sind bzw. auch mal ausprobiert werden können.
Anbei immer noch die benutzte Karte. Dabei gibt es oft auch mal bessere Varianten (für die Sächsische Schweiz sind die detaillierten Wanderkarten von Rolf Böhm zu empfehlen).

Durch den Tharandter Wald
Kurort Hartha – Soldatengrab – Flößerpfad – Bellmanns Los – Förster-Resag-Denkmal – Tiefer Grund – entlang der Weißeritz Richtung Tharandt
Eine wunderschöne, kurze Wanderung durch den beschaulichen Tharandter Wald, der noch nicht als überlaufen gelten kann. Keine Anstrengungen, dafür einige Denkmäler, die an die Zeit der Flößer erinnern.
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(Karte: Sachsen Kartographie Bl.4: Weißeritztäler, Tharandter Wald, Dippoldiswalder Heide, Müglitztal 1 : 33.000)

Festung Königstein
Königstein Reißigerplatz – Harald-Schurz-Weg/Patrouillenweg – Festung Königstein – Königstein Bahnhof (roter Punkt)
Kurze Erlebnisstrecke, die am Anfang aus der Ortschaft Königstein, gleich hinter der Kirche, stramm bergan steigt, dann die Festung Königstein von südlicher Seite erreicht und auf der nördlichen Seite wieder in den Ort führt. Dabei liegt der Blickpunkt natürlich auf der Besichtigung der Festung und einem Rundgang durch die Anlage.
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(Karte: Sachsen Kartographie Bl.17: Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz 1 : 30.000)

Durch die Affensteine
Schmilka Hirschmühle – Lehnsteig – Kleiner Winterberg – Idagrotte – Carolafelsen – Affensteinpromenade – Heilige Stiege – Schmilka
Eine meiner liebsten Wanderungen durch die hintere Sächsische Schweiz in den Affensteinen, die einen mittleren Schwierigkeitsgrad besitzt. Der Lehnsteig kurz nach Schmilka ist steil ansteigend und anstrengend, jedoch leicht begehbar. Um den Kleinen Winterberg sind die Wege gut ausgebaut, es bieten sich umwerfende Aussichten. Die Idagrotte am Frienstein ist nur für Schwindelfreie und Trittsichere zu erreichen. Die Wanderung auf den Affensteinen bietet an allen Ecken gute Aussichtspunkte, der beste aber der Carolafelsen (besonders auf die Schrammsteine).
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(Karte: Rolf Böhm: Schrammsteine, Affensteine 1 : 10.000)

Bootsfahrt zum Prebischtor
Schöna Bhf./Hrensko – Edmundsklamm – Kahnfahrt – Mezna – Gabrielensteig – Prebischtor – Langer Grund – Hrensko
Klassiker-Wanderung zum größten Naturfelsentor Europas. Der Beginn in Hrensko, durch die Edmundsklamm, entlang der Kamnitz, die Bootsfahrt und der Anstieg durch Mezna auf den Gabrielensteig – das alles sind Vorboten für das beeindruckende Prebischtor (Pravcicka brana) in der Böhmischen Schweiz. Der Ausblick ist auch hier großartig, vom Rosenberg bis zum Hohen Schneeberg, beides auf tschechischer Seite.
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(Karte: Rolf Böhm: Große Karte der Sächsischen Schweiz 1 : 30.000)

In den Nikolsdorfer Wänden
Bielatal (Haltestelle Reichstein) – Bernhardstein – Labyrinth – Nikolsdorfer Wände – Königstein (gelber Strich)
Bekannt ist vielen das Labyrinth, es zählt zu den Highlights des Elbsandsteingebirges, zumal es für Kinder großartig geeignet ist. Besonderer Aussichtspunkt ist der Bernhardstein, er bietet einen Panoramablick in die gesamte Sächsische Schweiz.
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(Karte: Rolf Böhm: Große Karte der Sächsischen Schweiz 1 : 30.000)

Der Borsberg und die Pillnitzer Elbhänge
Pillnitz Dorfplatz – Meixmühle – Borsberg – Jagdwege – Rysselkuppe – Weinbergmauer – Pillnitz
Pillnitz ist bekannt durch das Schloss von August dem Starken, und der ist es auch, dem wir entlang seiner Jagdwege gefolgt sind. Doch zuvor ging es vorbei an der Meixmühle auf den Borsberg, dessen Aussichtpunkt (auch der Gasthof) nun schon seit einiger Zeit nicht mehr geöffnet ist. Die Weinbergmauer bietet einen schönen Blick auf Dresden, bei gutem Wetter kann man sogar die Babisnauer Pappel erblicken.
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(Karte: Sächsischer Kartographie Bl.15: Sächsische Weinstraße und Elberadweg zwischen Diesbar und Pirna)

Luftige Wege zwischen dem Großen und Kleinen Zschand
Neumannmühle (an der Kirnitzsch) – Lorenzsteine – Knorreweg – Hinteres Raubschloss (Winterstein) – Zeughaus – Richterschlüchte (und Richtergrotte) – Katzenstein – Fremdenweg – Müllerwiesenweg – Kipphornaussicht – Schmilka
Lange, anstregende Wanderung, die vor allem etwas Mut am Hinteren Raubschloss erfordert, wenn es eine freistehende, zehn Meter lange Leiter und winzige Stufen auf den Gipfel geht. Die Lorenzsteine sind mit einigen großartigen Boofen gespickt, vor allem sind sie aber Klettergebiet. Auf dem Weg durch die Richterschlüchte, die beschaulich grün beginnen, dann aber an den Ausläufern des Großen Winterbergs stramm ansteigen, begegnet man der Richtergrotte, in der es von oben wie ein seichte Regenschauer tropft. Die Kipphornaussicht liefert einen der besten Weitblicke der Sächsischen Schweiz, also nicht verpassen.
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(Karten: Rolf Böhm: Kleiner Zschand 1 : 10.000; Kompass Bl.761: Elbsandsteingebirge 1 : 30.000)

Der Glasperlenspieler

Flieder, der schon immer blühte

Ein Teil meiner frühen Jugend spielte sich in den Wäldern rund um Pillnitz ab. Damals war das für mich alles noch ein einziger großer Wald, dessen Ende für mich nie zu finden war, doch heute ist es ein kleines Stück grüner Flora geworden, das zu besuchen von großer Wehmut umschlossen ist. Es ist der Wald, von dem mir früher die gruseligsten Geschichten erzählt wurden, von Gestalten die ihr Unwesen trieben und von verlassenen Gründen und Schluchten, wo schon viele verschollen sind.

Es ist, streift man die Ausläufer, ein Wald, an dessen Pillnitzer Hängen heute der Bio-Wein wächst und die frühen Orte der Kindheit liegen. An bekannten Plätzen sieht man die Freunde vergangener Zeiten stehen und hat deren Gesichter von vor zehn Jahren im Sinn. Eine Zeit, die stillzustehen scheint, wenn man heute durch die Stätten von damals wandert. Da ist diese Wiese, die an einem regnerischen Tage fast zur Verdammnis wurde; da ist die Einfahrt zum alten Anwesen, an deren Steinschlag man zum ersten Mal mit dem Fahrrad fiel. Dort stand einmal die Feuerwehr, der Reiterhof, da war die Kiesgrube, deren Strand so viele Stunden raubte, das Haus des besten Freundes, …

Es gibt Plätze, da kennst du jedes noch so kleine Löchlein in der Straße, die alten Nachbarn zumal und bunte Blumen mit Käfern und Spinnen zwischen Grashalmen, die schon Namen haben. Der Flieder, der schon immer blühte.

Der Glasperlenspieler

Zwischen Natur und Kultur: Dresden muss grüner werden!

Radfahren tut gut. Bei mir ist das zumindest so, also bin ich nun schon seit einigen Wochen regelmäßig, also circa drei Mal die Woche, unterwegs zwischen Elbe und Stadtgebiet, zwischen Pirna und dem Blauen Wunder. Durch die schönsten Stadtteile Dresdens, angefangen im idyllischen Kleinzschachwitz, durch das schroffe Leuben, vorbei am malerischen Laubegast und lebendigen Tolkewitz, nach Blasewitz, mit den vielen kleinen Geschäften, die sich am Schillerplatz angesiedelt haben und dem Wochenmarkt, der jeden zweiten Tag für geschäftiges Treiben sorgt oder den prächtigen Villen im rechtselbischen Loschwitz.

Auf dem Rad lernt man die Stadt erst richtig kennen. Wohnt man, wie es bei mir der Fall ist, in Elbnähe, kann man sich am fast durchgängigen Elberadweg erfreuen, der einen in nordwestliche Richtung sogar bis Hamburg führen kann, auf der anderen Seite weit in die Tschechische Republik hineinreicht. Stromaufwärts wird es ab Dresden denn auch ruhiger und grüner, über Heidenau und Pirna hinaus kann man recht ungestört seine Bahnen ziehen, was im Dresdner Stadtgebiet eher schwer möglich ist. Im Übrigen auch, weil der Ausbau der Radwege in Dresden noch deutlich zu wünschen übrig lässt, wie nicht zuletzt eine kürzlich veröffentlichte Studie verdeutlicht. Zwölf Prozent der zugänglichen Straßen Dresdens sind mit Radwegen ausgestattet. Die führenden Städte in Deutschland liegen bei bis zu 20% (siehe hier).

Der Vorteil am Radfahren liegt eben nicht nur an der körperlichen ‚Ertüchtigung‘, sondern auch im Naturerlebnis, denn das reine Training der physischen Fitness könnte schnell zu Ermüdung und Enttäuschung führen, wären da nur Einöde und Häuserblocktristesse. Hier hat die Dresdner Elbseite mehr zu bieten. Das Naturschutzgebiet der Pillnitzer Elbinsel sei nur als Eines unter Vielen erwähnt. Die Schönheit dieser Stadt zeigt sich eben nicht nur in den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Kunst, sondern auch und besonders in den Möglichkeiten, die durch einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur geschaffen werden. Eine Kultur des Radfahrens müsste eine UnKultur der Autostadt weiter ablösen, ein Nein zur Waldschlösschenbrücke wäre dabei, nebenbei bemerkt, aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Eine Stadt, die sich ein katastrophales Verkehrskonzept leistet, deren einziges Bestreben in Investorenanwerben besteht und deren Konsumtempel immer weiter wachsen, muss mehr für die Umwelt tun. Der Ausbau von Radwegen ist allerdings nur ein Schritt. Grüngebiete statt Wohnungsrückbau mit anschließender Verrottung, größere Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und Ruheplätze anstatt fragwürdiger Stadtplanung alla Postplatz, es gibt tausend Möglichkeiten. Liebste Stadt, nutze sie!

Der Glasperlenspieler