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Archive for the ‘Politik’ Category

Beliebter Wanderweg durch die Schwedenlöcher wieder geöffnet

Das ging dann doch recht flott. Nachdem der Wanderweg durch die Schwedenlöcher nach einem Steinschlag am Pfingstsonntag gesperrt werden musste, konnte heute bekannt gegeben werden, dass die Schwedenlöcher nun wieder geöffnet sind. Laut Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft wurde ein örtliches Unternehmen mit der Abtragung der noch absturzgefährdeten Gesteinbrocken beauftragt.

Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Sperrung und verwies darauf, dass „die Sperrung […] notwendig [war], um unmittelbar bestehende Gefahren zu untersuchen und zu beseitigen – auch wenn das in den letzten Tagen zu Enttäuschungen bei Besuchern des beliebten Wanderweges geführt hat.“

Wie die Sächsische Zeitung (Lokalausgabe Pirna) in ihrer morgigen Ausgabe berichtet, könnte der Felsabrutsch durch eine Wurzel ausgelöst worden sein, die sich gegen eine große Steinplatte ausbreitete und diese zum Rausbrechen gebracht hat. Die Steinplatte soll bergab gerutscht, auf einen anderen Fels getroffen und geborsten sein. Dadurch sind zwei größere und unzählige kleine Steinbrocken auf den Weg gefallen und haben sich auf einer Länge von 60 Metern ausgebreitet.

Pressemitteilung

Christian Helfricht

Wie weiter in Großzschachwitz?

In Großzschachwitz geht das Warten momentan in die nächste Runde. Wann beginnen endlich die Arbeiten am geplanten Einkaufszentrum auf dem Standort des ehemaligen Kaufhauses Günther?

Vor wenigen Wochen hat sich der Ortsbeirat Leuben wieder mit dem Thema befasst. Zwischen Vorhabensträger und Stadt wurde ein Durchführungsvertrag geschlossen, dem mit großer Mehrheit im Ortsbeirat zugestimmt wurde. Zudem soll der Antrag auch nicht neu öffentlich ausgelegt werden. Alle Zeichen stehen auf Start, doch momentan passiert noch gar nichts. Und bald steht auch der Winter vor der Haustür, an Bauarbeiten ist da wohl nicht zu denken. Es wird sich wohl also noch bis ins Frühjahr hinziehen, bis mit weiteren Schritten zu rechnen ist. Doch ob da ein Großteil der Mieter nicht schon wieder abgesprungen sein wird, steht in den Sternen. Erste Anzeichen in diese Richtung waren laut Medienberichten schon zu vernehmen. Und auch nicht alle Großzschachwitzer sind mit dem Projekt einverstanden. Die Grünen haben sich im Ortsbeirat schon lange gegen das Projekt ausgesprochen.

Beitrag: Ein Einkaufszentrum für Großzschachwitz

Christian Helfricht

Die Gründung einer Interessengemeinschaft Stiegen- und Wanderfreunde. Wozu?

Die Sächsische Schweiz mit ihrer 500 jährigen Geschichte als Kulturlandschaft zählt zu den reizvollsten Naturräumen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Hier prallen bizarre Felslandschaften, vielfältige Habitate, historische Weg- und Steiganlagen, geschützte Arten, Wanderer und Touristen aufeinander – oft in einmütiger Freundschaft und Wohlgesinntheit. Menschen treffen sich zu gemeinsamen Ausflügen, wollen dem dichten Gedränge der Stadt entfliehen, in stillen Schluchten wandern oder an ausgesetzten Riffen klettern. Viele möchten sich von den Zwängen, die der Alltag bietet, befreien und Natur so erleben, wie sie über Jahrmillionen entstanden ist, sich veränderte, aber auch verändert wurde.

Was wir wollen
Wenn wir, die Mitglieder der IG Stiegen- und Wanderfreunde, an die Sächsische Schweiz denken, dann kommen uns nicht Bastei und Königstein in den Sinn, sondern historische Wege, stille Gründe, verfallene Steiganlagen, gesperrte Gebiete und fragwürdige Entscheidungen der NPV. Manches von dem, was sich der Mensch in vielen Jahrhunderten selbst angeeignet hat, musste er an die Natur zurückgeben. Das war gut so und wird auch weiterhin der Fall sein. Das Elbsandsteingebirge ist ein Gebiet, das ständigen Veränderungen ausgesetzt ist – ein Gebirge im Verfall. So, wie es entstand, wird es auch wieder vergehen.

Unsere Ziele:
1. Wir, die Mitglieder der IG Stiegen- und Wanderfreunde, setzen uns für eine Begehbarkeit aller Wege und Stiegen in der Sächsischen Schweiz ein – allerdings nur, wenn die Wege und Pfade heute noch in irgendeiner Weise existieren. Wir sind für die Beibehaltung der Kernzonenregelung im Nationalpark Sächsische Schweiz, allerdings in einer neuen Art und Weise, die den Interessen von Mensch und Natur gleichermaßen entspricht: Wir setzen uns für ein Wegerecht ein, bei dem jeder in der Natur sichtbare Weg begangen werden kann – so wie es heute in einem Teil des Nationalparks der Fall ist. Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel bei brütenden Vögeln, etc.) kann ein Weg einer zeitlichen Sperrung unterliegen – nie aber ein ganzes Gebiet. Es soll weiterhin markierte Wanderwege, Bergpfade und Kletterzugänge geben, daneben aber auch sogenannte Insiderwege. Darunter verstehen wir alle restlichen Wege, die keiner Markierung unterliegen, aber trotzdem legal begehbar sind. Mit den genannten Wegekategorien erreichen wir eine Besucherlenkung, die es Touristen ermöglicht, die Sächsische Schweiz so zu genießen, wie sie es für richtig halten und naturnahen Wanderern den Zugang zu historisch wertvollen und wenig begangenen Wegen offen hält.

2. Schutz von Natur- und Kulturraum. Derzeit wird der Schutz des Naturraumes über alles gestellt. Aber hier leben auch Menschen. Die Sächsische Schweiz ist eine Region, die seit über 200 Jahren touristisch genutzt wird. Wir wollen wieder einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Belangen der Natur und denen des Menschen.

3. Kommunikation mit der Nationalparkverwaltung. Wir wollen nicht nur „meckern“, sondern uns auch mit Vorschlägen und Ideen einbringen. Dazu muss man natürlich miteinander reden. An einigen Stellen der Nationalparkverwaltung, so die Erfahrung, gibt es da durchaus offene Ohren und die Bereitschaft zu ehrlichen Diskussionen.

4. Arbeitseinsätze. Wenn es notwendig ist und seitens der NPV gewünscht wird, packen wir auch an. Die Waldarbeiter vom Nationalpark leisten oft eine wirklich gute Arbeit, aber sie können nicht alles schaffen. Sei es, dass ein paar Stufen zu erneuern oder ein Geländer zu reparieren ist. Bei einem Arbeitseinsatz 2010 nach dem Hochwasser beteiligten wir uns bereits daran, die Richterschlüchte wieder begehbar zu machen.

5. Dokumentation des aktuellen Status Quo: Wir möchten alle Veränderungen, die es so am Wegenetz gibt, möglichst zeitnah dokumentieren. Sei es, dass etwas gesperrt oder verhauen, oder sei es, dass etwas wieder geöffnet wurde. Wir wollen damit eine möglichst breite Öffentlichkeit für das Wegenetz herstellen. Denn wenn die Sperrungen nicht mehr heimlich passieren können, dann ist auch die Hemmschwelle dafür viel größer. Wir wollen für bekannte Steiganlagen „Patenschaften“ organisieren. Das heißt, bestimmte Mitglieder der IG werden regelmäßig mehrmals im Jahr „ihre“ Stiege aufsuchen und auf unserer Website den aktuellen Zustand dokumentieren.

6. Wir wollen für Wanderer so etwas wie eine Lobby schaffen, eine Anlaufstelle und eine gemeinsame Plattform. Denn die gibt es für Wanderer bisher nicht. Vielleicht kann sich unser loser Kreis von Enthusiasten ja dazu entwickeln.
Also mitmachen.

Die IG ‘Stiegen- und Wanderfreunde’ ist kein Verein, wer bei uns Mitglied werden will, muss keinen festen Jahresbeitrag bezahlen (für bestimmte Projekte werden wir künftig aber vielleicht um eine freiwillige auf das Projekt bezogene Spende bitten). Es soll keine Satzung geben und auch keine Mitgliederversammlungen. Wir wollen vielmehr über das Internet kommunizieren und uns treffen, wie wir wollen. Auch nur in kleineren Gruppen. Wir sind also ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter, die vor allem eines verbindet: die Liebe zur Sächsischen Schweiz und unseren Heimatgebirgen, unser aller Lieblingsfreizeitplatz.
Es soll keinen Mitgliedsbeitrag zur IG geben. Wir möchten keinen „Kassenwart“, keine Kassenprüfung und ähnliche Bürokratie. Es wird aber Projekte geben, die finanziert werden müssen. Deshalb soll es so sein, dass wenn per Votum der IG ein Projekt durchgeführt werden soll, die benötigten Finanzen ermittelt werden. Der Finanzbedarf wird im Netz veröffentlicht und wir werden dazu aufrufen, sich zu beteiligen. Sobald die Kosten gedeckt sind, wird das bekannt gegeben. Es wird ein Projektverantwortlicher benannt, der die finanzielle Abwicklung dieses Projektes übernimmt. Es soll kein Geld übrig bleiben, was zu verwalten wäre. Wir setzen auf die Solidarität und das Sponsoring durch unsere Mitglieder. Ob das funktioniert, wird sich herausstellen. Ein solches Projekt gibt es bereits: unsere Website sandsteinwandern.de.

(Kurzfassung, das komplette Dokument finden Sie hier)

Holzeinschlag im Zschirnsteingebiet

Wer momentan im Gebiet der Zschirnsteine wandern möchte, der muss sich auf einige Einschränkungen gefasst machen. Doch was kann der Grund dafür sein, dass der Wanderer nicht mehr zur schönen Aussicht auf dem Großen Zschirnstein vordringen kann? Absperrbänder und Hinweisschilder weisen laut Sächsischer Zeitung darauf hin, dass momentan rund um den Großen Zschirnstein massiv Holz aus dem Wald geholt wird. Ein 60 Hektar großes Gebiet soll betroffen sein, schwere Forstmaschinen sind im Einsatz. Deswegen ist der Weg auf den höchsten Berg der Sächsischen Schweiz, aber auch der Zugang zum Klettergipfel an der Südseite gesperrt und im ganzen Gebiet muss mit Behinderungen gerechnet werden. Die Maßnahmen sollen noch bis Mitte November andauern, selbst an Wochenenden bleiben die Wege gesperrt.
Der erfahrene Wanderer weiß aber auch jetzt schon, auf was er sich bei seiner nächsten Wanderung im Gebiet einstellen muss: massive Wegeschäden und mal wieder den Erkenntnisgewinn, dass im Naturschutzgebiet selbst die Natur nicht heilig ist.

Christian Helfricht

Die Bosheit trinkt die Hälfte ihres eigenen Giftes*

* Seneca

Das neue Militärhistorische Museum in Dresden

„Das Museum stellt, analog zum Ziel allgemeiner Geschichtswissenschaft, den Menschen ins Zentrum seiner Dauerausstellung. Der Mensch mit all seinen Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften, Erinnerungen, Trieben, mit seinem Mut, seiner Vernunft und Aggressionsbereitschaft. Krieg ist nur verständlich, wenn seine Darstellung die Natur des Menschen zur Grundlage nimmt. Das Museum zeigt Bausteine einer Kulturgeschichte der Gewalt, deren Wesen und Ursache alle Ausstellungsbereich aber auch die bauliche Konzeption durchdringt. Das Militär wird im Sinne eines modernen militärhistorischen Ansatzes nicht nur als Institution, sondern als Faktor wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und gesamtöffentlichen Lebens verstanden.“ (Quelle: mhmbw.de)

Der Mensch im Zentrum einer Dauerausstellung, die sich mit Krieg, Militär und Gewalt beschäftigt. Wer, wenn nicht der Mensch? „Multiperspektivisch, kritisch modern und auf der Höhe der Forschung“, so beschreibt sich die Ausstellung selbst. Ein hoher Anspruch für eine Ausstellung, die sich auf ein anderes Thema perspektivisch hätte ausrichten können – den Tod und das Böse. Wenn vom kulturhistorischen Anspruch die Rede ist, hofiert man militärische Aktionen und holt sie ins Zentrum des Lebens selbst. Anspruch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Die architektonische Meisterleistung von Daniel Libeskind – man kann sie lange suchen. Zwischen verzerrter Darstellung und einem Keil, der zwischen die Einfalt geschoben wird, bleibt nicht mehr als pure Langeweile. Attraktiv sicher für die einen, beschämend und verängstigend für viele, verzeiend für manch Gestrige. Will man allen gefallen, landet man in der Beliebigkeit.

Aber ist der Beton das Geld wert, aus dem er entstand? Ich kenne noch die alte Ausstellung und nun auch die neue. Kritische Reflexion gibt es heute mehr denn je. Sie hört jedoch an dem Punkt auf, an dem das Hier und Jetzt beginnt. Manche würde meinen, die Bilder seien die gleichen, nur die Labels wurden verändert. Manch andere sehen die Verspieltheit der Technik, das Pompöse der Macht und Maschinerie, die Verquickung von Mensch und Militär; nur, wer braucht das ganze? Die neue Ausstellung ist nur da wirklich gelungen, wo sie tiefer einblickt in das Wesen dessen, was Krieg mit dem Menschen macht, bsw. bei der Rolle der Frau im Kriegsgeschehen. Einzelne Sektionen sind großartig dargestellt; teils lapidar, teils perspektivisch. Alles andere ist wertlos.

Christian Helfricht

Na wunderbar – E-Bikes für die NPV

10. Oktober 2011 4 Kommentare

Klar, dass man im Nationalpark mit der Zeit gehen muss. Alles andere wäre ja auch irgendwie … anders. Nun hat man sich entschieden, mal etwas symbolisch zu werden und zwei E-Bikes angeschafft. Laut Sächsischer Zeitung (Lokalausgabe Pirna) sähe es nicht gut aus, wenn der Nationalpark mit schwerem Gerät durchs Gelände kurvt. NPV-Chef Butter gesteht ein: „Wir wissen, dass wir mit unseren Fahrzeugen nicht nur Freude erzeugen.“ Wohl wahr. Man denke nur an den neuesten Fauxpas zurück, den sich der Nationalpark geleistet hat (siehe hier).

Offenbar möchte man mit den Fahrrädern nun in die gegenteilige Richtung steuern. Die ersten zwei Bikes sollen nur der Anfang sein. Wenn sich die Lösung als praktikabel erweist, soll aufgerüstet und der Fahrradeinsatz zum Standard werden. Ich kann mir nun aber schon gut vorstellen, wie der ein oder andere Ranger in seinem Bettchen ins Grübeln kommt. Bei Wind und Wetter auf dem Fahrrad raus und ganz ohne kurbeln geht es ja nun auch nicht. Im Auto wars doch so gemütlich …

Aber Spaß beiseite, denn die Sache hat ja auch einen ernsten Hintergrund. Wenn man die Nationalparkpolitik nicht schon seit Jahren verfolgen würde, so könnte man sagen: eine feine Sache. Aber vor dem Hintergrund von so manchem Frevel (Einsatz mit schwerem Gerät, Wegesperrung, Schilderstreit, etc.), bleibt der Pedelec-Einsatz nicht mehr als reine Symbolik, getreu dem Motto: wenn wir da was für die Natur tun, können wir an anderer Stelle auch mal was Böses anrichten. Schade drum!

Christian Helfricht

Wanderer bemängeln Willkür des Nationalparks und wollen sich Gehör verschaffen

Ist man im Elbsandsteingebirge unterwegs, kann das viele Gründe haben. Der eine möchte sich erholen, der andere klettern oder aktiv wandern, manch einer ist auf dem Malerweg unterwegs, jener möchte eine Ausflugsgaststätte besuchen, ein anderer wieder einfach die Schönheit der Natur genießen. Es gibt viele Aktivitäten, die man in der Sächsischen Schweiz angehen kann – nicht alle aber sind auch erwünscht.

Ein Gedankenspiel: Im Nationalpark der Sächsischen Schweiz gibt es schon immer Besucher 1. und 2. Klasse, aber auch solche, die man gar nicht sehen möchte (im Duktus der Nationalparkverwaltung (NPV): Naturzerstörer). Besucher der 1. Klasse begeben sich nicht in die Natur, sondern sind dadurch auszumachen, dass sie sich auf dem kürzesten, markierten Weg Richtung Übernachtungs- oder Einkehrmöglichkeit bewegen und dort viel und oft Geld hinterlassen. Besucher der 2. Klasse wandern überall im Nationalpark auf den erlaubten/eingezeichneten Wegen herum, schmieren sich ihre Brote noch höchstselbst und trinken höchstens mal ein Bier oder eine Cola zur Erfrischung. Unerwünschte Besucher sind solche, die immer alles bis zum letzten ausreizen müssen, Wege begehen, die historisch interessant sind, aber in irgendeinem willkürlich errichteten Schutzgebiet liegen und dann das ganze noch irgendwie publizieren. Unerwünschte Besucher zeichnen sich besonders durch ihre gerissene Hinterlistigkeit aus und ihr Vermögen, an allem immer nur herumnörgeln zu wollen und alles schlechtzureden. Ihnen ist gemein, dass sie sich als Bewahrer der alten Wandertugend gerieren, aber in Wirklichkeit Umweltzerstörer sind, die mit ihrer reinen Anwesenheit auf Wegen, die nicht erlaubt sind, zum Verfall des Naturschutzes im Ruhebereich beitragen, ja dafür ausschlaggebend sind. Ganz nach dem Motto: Der Mensch in der Natur gehört verboten!

Vor einigen Tagen erschien ein Interview in der Sächsischen Zeitung (SZ), indem sich der Chef der NPV, Dietrich Butter, zum Thema Wegenetz, Verbote und Nahverkehr in der Region äußert (darüber wurde hier berichtet, s. Beitrag NPV-Chef Dietrich Butter: „Ich möchte den Nationalpark voranbringen“). Dieses Interview hat zu einigen Reaktionen geführt:

  • Die SZ veröffentlichte einen stark gekürzten, kritischen Leserbrief zum Thema: „Man könnte langsam den Eindruck gewinnen, dass Touristen im Nationalpark stören. Kein Naturfreund zieht das „Wegegebot“ in Zweifel. Und wenn alte Wanderwege aus teilweise nicht nachvollziehbaren Gründen gesperrt, aber dann weiter begangen werden, ist dies wohl eher Widerstand gegen Behördenwillkür. Und wenn ich nächsten Winter wieder an der Neumannmühle stehe und 17 Uhr den letzten Bus in Richtung Hinterhermsdorf verschwinden sehe, werde ich mal Dr. Butter anrufen, ob er mich mit einem der schicken Nationalparkjeeps abholen könnte.“ (Ronald Schneider, elbsandsteinfotografen.de)
  • In diesem Zusammenhang stieß eine neue Infotafel am Frienstein auf Kritik. Diese wurde an der bei Touristen beliebten Stelle massiv in den Stein gehauen, ohne inhaltlichen Mehrwert oder Ähnliches zu bieten. Viele Wanderer fragen sich nun, warum ihnen einfachste Dinge verboten werden, aber die NPV das ein oder andere mal als größter Naturzerstörer auftritt.
  • Schon seit Jahren fühlen sich Wanderer aus der Region durch die ihnen entgegen gebrachte Willkür beunruhigt. Immer wieder ist von Zerstörungen der NPV an der Natur zu berichten, teils in der streng geschützten Kernzone. Nachweislich wurden Bäume gefällt, nachweislich wurden vorhandene Wege verhauen, nachweislich gibt es keine wissenschaftlich unterfütterte Begründung für die einzelnen Kernzonengebiete.
  • Zwei Äußerungen von Herrn Butter haben für besondere Reaktionen gesorgt: „Wir dürfen und wollen Veröffentlichungen nicht zensieren. Im Informationszeitalter werden auch Geheimtipps für ein exklusives Naturerlebnis weitergegeben. Die Wächter treffen zunehmend Besucher mit Karten solch verbotener Wege an. 90 Prozent der Besucher verhalten sich regelgerecht. Aber die übrigen kommen vom Wege ab. Teils, weil sie sich nicht orientieren können, teils, weil das Verbotene reizt.“ und „Unser Wegekonzept ist dynamisch. Zweimal im Jahr sprechen wir mit den betroffenen Interessengruppen, welche Wege wir sanieren, schließen oder öffnen.“ Uns Wanderern sind solche Interessengruppen (mit Ausnahme vom Bergsteigerbund) jedoch nicht bekannt. Schlichtweg gibt es keine Wanderervertretung für die Sächsische Schweiz. Dies soll sich nun aber ändern.
Immer wieder machen Äußerungen die Runde, die das naturnahe Wandern im Nationalpark diskreditieren. So fernab oder kurzsichtig das ein oder andere Gedankenspiel auch zu sein scheint, in den Verlautbarungen der NPV findet es immer wieder seinen realen Niederschlag. Es gibt seit Jahren, ja seit Jahrzehnten Kritik am Nationalpark Sächsische Schweiz. Doch nicht oft kam sie von so vielen Seiten, wie es nun der Fall ist. Dies hat zuhauf damit zu tun, dass sich der Nationalpark als Alleinvertretung für die Interessen aller darstellt, in Wirklichkeit aber immer mehr an Zustimmung verliert. Dass dies allerdings ein selbst verschuldetes Problem sein muss, ist offensichtlich. Im Werben um Touristen, die Highlights besuchen sollen, aber in die wirklichen Tiefen der Naturerfahrung nicht einbezogen werden, hat sich ein Verständnis entwickelt, das mit der Realität („raus aus der Stadt, rein in die Natur“) nicht zusammenpasst: Immer mehr Menschen auf immer weniger Wegen. Das kann nicht auf Dauer funktionieren.

Auf verschiedentlichen Vorschlag hin gibt es nun Überlegungen einen Verein oder eine Interessengemeinschaft zu gründen, die sich mit den Thematiken der Sächsischen Schweiz kritisch auseinandersetzt. Dies ist eine Reaktion auf die Politik der Nationalparkverwaltung der letzten Jahre. Alles ist im Fluss, jeder kann sich einbringen.

Christian Helfricht

Zum Thema folgende Links:
Stiegenbuchverlag
Wanderblog von Arndt
Beitrag bei Elbsandsteinfotografen