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NPV-Chef Dietrich Butter: „Ich möchte den Nationalpark voranbringen“

In der heutigen Ausgabe der Sächsischen Zeitung findet sich ein Interview mit dem Chef der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Darin äußert sich der NPV-Chef zu aktuellen Problemen, bleibt aber bei den meisten Dingen sehr im Allgemeinen.

Für die Wander- und Stiegenfreunde halten Butters Äußerung allerdings nur Ernüchertung bereit. Zum Thema Stiegenbücher (Axel Mothes) meint Butter, dass der Nationalpark mit Mothes im Gespräch sei: „Wir dürfen und wollen Veröffentlichungen nicht zensieren. Im Informationszeitalter werden auch Geheimtipps für ein exklusives Naturerlebnis weitergegeben. Die Wächter treffen zunehmend Besucher mit Karten solch verbotener Wege an. 90 Prozent der Besucher verhalten sich regelgerecht. Aber die übrigen kommen vom Wege ab. Teils, weil sie sich nicht orientieren können, teils, weil das Verbotene reizt.“ Auch zum Wegegebot äußert der Chef nur alte Phrasen: „In der Kernzone nur auf den gekennzeichneten Pfaden. Außerhalb auch auf den nicht gekennzeichneten. Wir haben 2500 Wegweiser und 80 Schautafeln aufgestellt. Unser Wegekonzept ist dynamisch. Zweimal im Jahr sprechen wir mit den betroffenen Interessengruppen, welche Wege wir sanieren, schließen oder öffnen.“

Viel ist in dem Gespräch von Verboten, Bußgeldern und Touristenmassen die Rede. Manche hatten mit dem Wechsel an der Spitze des Nationalparks einiges an Hoffnung gehegt, vielleicht dachte der ein oder andere dabei sogar an neue Ansätze im Wegegebot. Dies bleibt sicher eine Chimäre.

Allerdings: Was kann vom Nationalpark-Chef auch erwartet werden? Er sagt, er möchte den Nationalpark voranbringen. Mal davon abgesehen, dass es sich bei der Äüßerung auch wieder um eine schlichte Phrase handelt, heißt das aber beispielsweise konkret, dass die Ruhezone im Nationalpark in den nächsten Jahren weiter ausgeweitet wird (auf 75% der Fläche des NP). Dagegen habe ich auch nichts, nein, ich bin sogar dafür. Allerdings nur dann, wenn endlich verstanden wird, dass der gemeine Wanderer kein Feind der Natur ist. Immer wieder wird der Wanderer gegen die Natur ausgespielt. Andauernd wird sich gegen ein ausgleichendes Konzept aus Naturschutz und kultureller Erschließung gewehrt. Nur weil der Nationalpark ein Argument aber immer wieder hervorbringt, wird es noch lange nicht richtig. Wenn sich der Nationalpark als Förderer des Massentourismus versteht, dann muss er eben auch damit leben, dass es an diesem Konzept Kritik gibt und nicht jeder damit einverstanden ist.

Christian Helfricht

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