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Vom Großen Zschand in die Affensteine

Kirnitzschtal Neumannmühle – Großer Zschand – Reibetöpfel – Knorreweg – Zeughausstraße – Buchschlüchte – (Abstecher Winterstein / Hinteres Raubschloss) – Königsweg (WM roter Strich) – Kletterzugang bei Schusters Loch – Königsweg – Heringsloch – Reitsteig (WM blauer Strich) – Schneeberger Aussichten – Reitsteig (WM blauer Strich) – WM gelber Strich – Obere Affensteinpromenade – Höllenwand – (Zahme) Hölle – Eulentilke – Nasser Grund

Für die Wanderung unbedingt notwendig sind die Böhm-Karten „Kleiner Zschand“ und „Schrammsteine/Affensteine“, jeweils im Maßstab 1:10.000. Die Wegenamen orientieren sich an den Karten. Da Start- und Zielpunkt nicht gleich sind, empfiehlt sich die Anreise mit dem Bus OVPS-Linie 241. Das empfiehlt sich im Übrigen sowieso, da auf den Wanderparkplätzen im Kirnitzschtal gern das ein oder andere Auto verloren geht.

Viele Wanderungen in der Hinteren Sächsischen Schweiz beginnen an der Neumannmühle. Meist startet man dann durch den Großen Zschand, um in verschiedenste Richtungen aufzubrechen. Wir können von hier nach Hinterhermsdorf gelangen, zu den entlegensten Winkeln um Luchs- und Altarstein, zu den Thorwalder Wänden und deren Gratweg sowie zur Hickelhöhle. Zudem in die Weber- und Richterschlüchte, zum Entenpfützenweg oder über den Zschandweg ins Böhmische, sowie zum Goldsteig und zum Großen Winterberg, usw.

Unsere Wanderung aber hat ein anderes Ziel. Wir starten an der Neumannmühle und gehen ein Stück in den Großen Zschand hinein. Nach circa 10 Minuten zweigt rechts ein Seitenarm ab, der uns in Richtung Winterstein bringen soll. Es handelt sich um das Reibetöpfel (bzw. Reibetöpfelschlüchte). Dieser Seitenarm des Großen Zschand ist wirklich wunderschön und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Um ins Reibetöpfel zu gelangen, sollte man nicht den direkten Weg gehen, sondern muss von der linken Seite einsteigen. Der Zugang ist problemlos zu finden. In der Schlucht bietet sich dann ein äußerst pittoreskes Bild: Alles ist grün überwachsen, der Weg läuft zunächst am linken Hang entlang und in der Tiefenlinie bilden sich immer wieder kleine Höhlen, die von den zusammengefallenen Steinen entstanden sind. Wir gelangen nun weiter in die Schlucht hinein, die Felswände rücken etwas näher zusammen und öffnen sich an der nächsten Biegung gleich wieder. An vielen Stellen gibt es die Möglichkeit, nach links oder rechts auszusteigen, an einem Seitenarm begegnen wir sogar einer mit Moos überwachsenen Salzlecke. Wir bleiben allerdings immer auf dem größten Pfad, der sich bald nach rechts wendet und aus der Schlucht hinaustritt und auf dem Knorreweg schließlich endet. (Eine kleine Anmerkung: Kurz vorm Wegende wurden Baumfällungen durchgeführt, möglicherweise wurde auch etwas verbrannt und zudem wurde Stein gehauen. Dies hat das letzte Wegstück komplett zerstört. Das ist er also, unser schöner Nationalpark, hier nur wenige Meter entfernt von der Kernzone. Nutzwald, kein Schutzwald. Und gleich nebenan: Liegen Baumstämme mit Namen der Empfänger und Alter der Bäume. Eine Frechheit!)

Anfangsbereich Reibetöpfel

Die Schlucht führt nun in einem kleinen Knick nach rechts

Unsere Wanderung führt nun weiter durch die Buchschlüchte (hier die Bärengrube am Wegrand nicht verpassen) zum Königsweg. Hier sollte man nun einen Abstecher zum Winterstein unternehmen. Über eine freistehende Leiter und durch enge Felsgassen geht es auf den Gipfel. Es lassen sich Reste des alten Raubschlosses erkennen. Wir waren hier schon und wandern auf dem Königsweg zunächst in Richtung Wartburg. Erstaunlicherweise gelingt es uns an der Wartburg tatsächlich einen Siebenschläfer zu erspähen. Ein wirklich schönes Erlebnis. Leider war er für ein Foto aber zu flink. Auf dem Königsweg geht es nun am Fuß der Bärenfangwände weiter, entlang der Kernzone des Nationalparks. Auf die Bärenfangwände selbst kann man von dieser Seite über drei Wege gelangen. Zwei davon, Försters Loch und Hintergründel, wurden schon erkundet, nun wollen wir uns den Zugang über Schusters Loch von unten anschauen.

Bärengrube neben der Buchschlüchte

Hinter dieser angelehnten Felswand versteckte sich der Siebenschläfer (Kletterfels Wartburg)

Zu Schusters Loch gelangen wir über einen Kletterzugang kurz vorm Kletterfels Elfiturm. Der Kletterzugang führt von hier bis zum Kleinen Bärenhorn und kann durchgängig auch von Wanderern genutzt werden. Gleich am Anfang erreichen wir den Zugang zu Schusters Loch. Dieser wird aber sofort durch ein altes, kaum zu erkennendes Sperrzeichen verwehrt. Das allein würde uns zwar nicht abhalten, aber der untere Zugang wird erschwert durch eine Spalte, die man nach oben übersteigen muss, ohne richtige Möglichkeiten zum Festhalten. Alleine wäre ich hier sicher weiter gestiegen, aber mit Freundin fällt der Teil weg. Das ist aber kein Problem, denn so kommen wir noch in den Genuss des Restes vom Kletterzugang, der unter massiven Felswänden verläuft und ab und an wirklich klasse Aussichten bietet. (Vom Zustand her (Schusters Loch) kann man aber sagen, dass eine kleine Pfadspur den wilden Grund hinauf zu sehen war. Es sollte sich beim Anfang schon um das schwierigste Stück handeln.)

Der untere Zugang ins Schusterloch

An dieser Felsspalte geht es offiziell nicht mehr weiter

Ausblick vom Schusterloch zum Kleinen Winterberg

Der Kletterzugang führt wunderschön am Felsfuß der Bärenfangwände entlang

Unsere nächstes Ziel ist das Heringsloch. Es handelt sich hierbei um den einzigen markierten Wanderweg, der aus dem hinteren Kleinen Zschand aufs Winterbergmassiv führt. Schade eigentlich, denn die attraktivere Variante ist eigentlich Försters Loch. Für unsere heutige Wanderung ist das Heringsloch aber perfekt. Wir müssen nun circa 150 Höhenmeter überwinden, immer wieder gibt es in den Stein geschlagene Stufen, alles sehr schön urig für einen Wanderweg. Die Augustunwetter im vergangen Jahr haben aber auch hier gewütet.

Alte, in den Stein gehauene Stufen im Heringsloch

Wir befinden uns nun auf dem Reitsteig und wollen in Richtung Affensteine weiter. Dabei kommen wir am Abzweig des Wurzelweges vorbei und an der relativ bekannten, großen Fläche, die der Borkenkäfer in Beschlag genommen hat. Nun wollen wir einige Aussichten abseits des großen Wanderweges besuchen. Dazu gehen wir ein Stück in den Lehnsteig hinein und zweigen rechts den ersten Kletterzugang ab. Der führt uns zur ersten der Schneeberger Aussichten. Und tatsächlich: der Hohe Schneeberg mit seinem Turm und der markanten Form ist richtig gut zu erkennen. Zurück auf dem Reitsteig zweigen wir nun in Richtung Rübezahlstiege ein. Kurz bevor die eigentliche Stiege beginnt, (von oben ist es aber verboten, die Stiege zu begehen) zweigt ein Pfad links ab, der auf ein Felsriff zwischen Abend- und Märchenturm führt. Auch von hier bietet sich ein wundervoller Blick, besonders in den breiten Heringsgrund und zum nahen Rauschenstein.

Schneeberger Aussicht Nummer 1 …

… und Nummer 2

Und wieder geht es zurück auf den überlaufenen Reitsteig. Menschen an allen Ecken und Enden begegnen uns nun, umso näher wir den Schrammsteinen kommen. Wir zweigen auf den gelb markierten Wanderweg in Richtung Obere Affensteinpromenade. Auf der Affensteinpromenade geht es nun in Richtung Höllenwand. Bevor man nun über die Zahme Hölle von den Affensteinen absteigt, sollte man unbedingt den Kletterzugang auf der Höllenwand anschauen. Hier sollte jeder selbst entscheiden, wie weit er gehen mag, denn der Weg wird immer luftiger. Die Aussichten werden jedoch auch immer schöner … besonders auf Rohnspitze und Domwächter, aber auch die Sachsenhöhle ist zu erkennen.

Nun geht es aber die Hölle hinab. Der Abstieg ist problemlos zu erledigen, es gibt keine schwierigen Stellen. Zuerst im Zickzack, dann durch eine breitere Felsengasse und dann wieder in einigen Kehren steigt man schnell an den Fuß der Affensteine hinab. Die Zahme Hölle ist deutlich leichter zu begehen als ihre wildes Pendant. Es gibt keine künstlichen Einbauten, Klammern oder Sonstiges. Nun könnte man über den Höllweg weiter, wir zweigen aber gleich rechts weg und kommen kurz vor der Eulentilke auf die Untere Affensteinpromenade. Über die erwähnte Eulentilke geht es zum Nassen Grund und diesen hinab bis an die Kirnitzsch, wo unsere heutige Wanderung endet. Für die Wanderung sollten ohne Pausen etwa fünf Stunden eingeplant werden.

Hinab geht es durch die Zahme Hölle

Im Mittelteil geht es durch eine Felsengasse

Reste alter Gemäuer oder Stufen finden sich mal hier mal da

Christian Helfricht

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