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Illegale Baumfällung im Großen Zschand

Wie erst jetzt bekannt wurde (die Sächsische Zeitung berichtet in der heutigen Lokalausgabe Pirna), sind vermutlich im Herbst letzten Jahres einige Bäume (genau genommen sechs Fichten) im Großen Zschand illegal abgeholzt worden. Die Nationalparkverwaltung hat Anzeige erstattet. Offenbar wurden die Bäume mit schwerem Gerät (Kettensäge) zerstört, was die SZ vermuten lässt, dass die Täter sich alle Zeit der Welt mit der Fällung gelassen haben. Eigentlich müssten solch laute Geräusche im Zschand ja doch auffallen …

Der Ort liegt angeblich unterhalb der ehemaligen und sehr berühmten Fernblickboofe, die sich auf einem Felsriff der Thorwalder Wände befunden hat. Diese war am besten über den Zugang durch die Erlenschlüchte zu erreichen. Allerdings wurde die Boofe im Jahr 1994 vom Nationalpark zerstört. Heute ist es offiziell nicht mehr gestattet zum ehemaligen Boofenstandpunkt vorzudringen. Die Vermutungen, wer für die illegale Baumfällung verantwortlich ist, gedeihen dabei natürlich in alle Richtungen. Etwa Bergsteiger oder Protestler, die sich mit der Nationalparkpolitik nicht arrangieren können oder einfach nur Gestörte. In jedem Falle ist es eine unheimliche Frechheit und es ist zu hoffen, dass es irgendwie möglich ist, die Täter zu fassen. Auch wenn das nach dieser langen Zeit eher schwer sein wird.

Die Thematik erinnert natürlich an den letzen Vorfall dieser Art im Tümpelgrund. Dieser wurde nach einer illegalen Baumfällung gesperrt, wogegen sich aber gerichtlicher Protest regte. Die Sperrung musste letztlich wieder aufgehoben werden und dem damaligen Nationalparkchef Dr. Stein war es somit nicht gelungen, ein Verbot durchzusetzen. Der Tümpelgrund ist heute als Kletterzugang in bestimmten Zeiträumen des Jahres begehbar.

Christian Helfricht

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  1. 17. Mai 2011 um 6:23 pm

    Bei solchen Meldungen frage ich mich immer: wer bestimmt eigeltlich, wann eine Baumfällung illegal, sprich: schädlich für die Natur, und wann sie legal, sprich nützlich für die Natur, ist. Zum Bedenken: es geht hier um sechs Fichten, nicht um einen flächendeckenden Kahlschlag. Klar, so was macht man nicht, und wer und warum er es getan hat, das bleibt erst mal im Dunkeln. Und das eine solche Aktion der Natur natürlich abträglich ist, steht außer Frage.
    Wenn aber die Nationalparkverwaltung, wie in den letzten Jahren geschehen, nicht derer sechs, sondern gut und gerne 100 Bäume gefällt hat, um damit die Zugänge zu den ach so verbotenen Wegen zu blockieren, ist das dann etwa der Natur zuträglicher? Ich glaube kaum, und so bleibt mir nur als bitteres Fazit: alle sind gleich, und einige gleicher.

  2. 17. Mai 2011 um 7:17 pm

    Ich gebe dir recht – ohne Widerspruch! Warum darf sich die NPV Dinge leisten, die sie an anderer Stelle anprangert?! Da passt selbst der alte DDR-Spruch …

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