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Über den Flüchtlingsweg auf den Rauenstein

Bahnhof Wehlen – Robert-Sterl-Straße – Das Saugel – Der Kessel – Flüchtlingsweg – Pudelstein – Angelehnter Fels – Flüchtlingsweg – Rauenstein Gratweg – Aussicht Rauenstein – Abstieg (WM gelber Strich) – WM Roter Strich in Ri. Großer Bärenstein – Abzweig in Weg Ri. Tiefer Grund – Tiefer Grund – Hermann-Schneider-Weg – Riegelhofstiege – Großer Bärenstein – Hermann-Schneider-Weg – Knöchel – Hermann-Schneider-Weg – Robert-Sterl-Straße – Bahnhof Wehlen (Bergpfadebuch III von Axel Mothes unbedingt notwendig)

Karte: Böhm-Karte „Die Bastei“ 1:10.000
Anfahrt: S-Bahn bis Bahnhof Wehlen
Länge/Höhenmeter: 8,7km/395Hm

Sonntag in aller Frühe ging es also auf die nächste Wanderung. Diesmal, so hatte ich ja schon geschrieben, sollte der Flüchtlingsweg hoch auf den Rauenstein begangen werden. Ich hatte ja so meine Bedenken, ob das denn wirklich was ist, aber: es war ausnahmslos klasse! Der Flüchtlingsweg, ja, das kann man sagen, ist ein echter Geheimtipp. Vielen Dank an Herrn Mothes, dass er den alten Text recherchiert und dieses Relikt ausgegraben hat und für die Wanderfreunde in seinem Bergpfadebuch III publizieren konnte. Da man ja sonst über diesen Flüchtlingsweg so rein gar nichts findet, ist das schon aller Ehren wert.

Die wichtigsten Begleiter für die Wanderung: Axel Mothes‘ „Bergpfade & Andere Wege Band III“ und Rolf Böhms Detailkarte „Die Bastei“

Da unsere Tour abseits vom Flüchtlingsweg auf bekannten Wegen verläuft und so ähnlich auch schon mal durchgeführt wurde, werde ich mich bei der Beschreibung vor allem auf den Flüchtlingsweg konzentrieren. Wir starten also in Wehlen am Bahnhof und gehen die Straße in Richtung Naundorf hinauf. Wir zweigen an der ersten Kehre in „Das Saugel“ ein (ich hoffe, damit ist der Weg gemeint) und wandern an den Busch-Wiesen vorbei. Der erste Abzweig nach links wird genutzt und der „Der Kessel“ durchquert. Der Weg endet auf einem größeren Weg, der ebenfalls von Wehlen kommt. Nun ist ein wenig Aufmerksamkeit gefragt, damit man den Anfang des Flüchtlingsweges nicht verpasst. Ein winziger Pfad zweigt links ab und steigt zunächst nur wenig an. Dies ist also der erste Teil des historischen Flüchtlingsweges, wie ihn Axel Mothes uns präsentiert und wie er auf der Böhm-Karte (Die Bastei 1:10.000) auch eingezeichnet ist.

Das Saugel

Kaum zu sehen: der Beginn des Flüchtlingswegs

Der Flüchtlingsweg führt zunächst gemächlich in wenigen Serpentinen bis an eine Steilstufe heran, die mit einigen Stufen überwunden wird. Bis hier hin ist der Weg schon nicht schlecht. Am Rand Steine, die den Weg führen und eine in Stein gehauene Sitzbank. Der Weg wird immer deutlicher, verfehlen kann man hier nichts. Wenn man die Stufen überwunden hat, wendet sich der Weg kurz nach rechts, um gleich wieder nach links einzubiegen und in einen Kessel hochzusteigen. Auf der linken Seite gibt es noch einen größeren, abgehauenen Stein, der ebenfalls einer Sitzbank ähnelt. Der Weg führt nun nur noch wenig ansteigend durch den Kessel. Rechts zeigen sich schöne Sanduhrverwitterungen, links erheben sich zwei große Felsbottiche. Aus dem Kessel führt der Weg rechts um den Stein heraus. Wir kommen auf einen etwas größeren Weg, der uns nun entgegen des Uhrzeigersinns zum Flächennaturdenkmal „Pudelstein“ führt. Damit liegt der erste Teil des Flüchtlingsweges hinter uns. Dieser ansich ist schon ein schöner, beschaulicher Pfad, der von der unteren Ebene (Busch Wiesen) an den Fuß des Rauensteins führt. Zugleich ist dieser Weg schöner als der ausgelatschte gelb markierte Wanderweg, der aus westlicher Richtung auf den Rauensteinkamm führt.

Kleine Steinbank im Anfangsbereich

Treppe, die den etwas steileren Teil überwindet. Die bemoosten Stufen sind schon von weitem erkennbar.

Durch den Kessel führt der Weg nach oben.

FND Pudelstein mit den speziellen …

… Brauneisenablagerungen

Der zweite Teil des Flüchtlingswegs ist nun allerdings das wirkliche Highlight. Nachdem man den Pudelstein passiert hat, geht man nur ein kurzes Stück in Richtung Rauenstein, bis auf der linken Seite ein großer Felsblock am Wegrand liegt. Daneben führt ein Pfad an den Felsfuß. Hier sieht man einen großen Felsabbruch, der sich an den Rauenstein angelehnt hat. Wenn man so vor diesem Gebilde steht, ist man von den Kräften, die im und auf den Sandstein wirken, überwältigt. Der eigentliche Weg führt nun im Uhrzeigersinn um das Felsriff herum und in die Schlucht hinein. Eine Pfadspur ist auch gut zu erkennen. Man landet im Anfangsbereich in einem ersten Kessel, wo eine Boofe am Stein platziert wurde. Bis zu dieser Stelle finden sich schon viele Felsinschriften und Zeitdatierungen. Weiter geht der Pfad auf der linken Seite hoch in einen lang gezogenen, weiteren Kessel. Dieser ist schnell durchquert und am Ende steht man vor großen Felswänden. Hindurch führt eine maximal einen Meter breite, steile Felsengasse. Nun weitet sich die Gasse etwas und wir stehen in einem neuen Teilstück. Hier führt rechts ein kleiner Abzweig (etwas abschüssiger Pfad) zu einer wunderbaren Aussicht auf das Gebiet der Tafelberge. Diese Aussicht an der Felsmurmel ist aber nach Axel Mothes nicht alles. Offensichtlich soll es links der Aussicht eine Möglichkeit geben, über ein paar Spalten noch etwas weiter zu gehen. Ich persönlich habe mich das nicht getraut, denn mir schien der Abschnitt etwas riskant. Für Wagemutige ist das aber bestimmt möglich. Zurück auf dem eigentlichen Flüchtlingsweg geht es noch ein Stück bergan, bis man nach links noch einmal steil zum Rauensteingratweg hinauf steigt. Der Untergrund ist die ganze Zeit übrigens etwas rutschig, denn alles wirkt irgendwie aufgewühlt. Das richtige Terrain, um meine neuen Wanderstiefel mal auszutesten.

Angelehnte Wand

Hier beginnt nun der zweite Teil des Flüchtlingsweges.

Rechts eine Boofe, links geht der Weg hoch.

Datumsangabe 1754

Flacher Teil, der …

… in den Kessel führt. Am Ende beginnt die Engstelle, die …

… man hier von oben sieht.

Hier der kleine Weg zur Aussicht …

… mit einem wunderbaren Blick auf die Bärensteine.

Hier soll es nach Axel Mothes noch weiter gehen. Die Balkenlager sind gut zu erkennen.

Hier geht es noch einmal steil hoch zum Gratweg auf dem Rauenstein.

Das war nun also der Hauptteil des Flüchtlingsweges. Oben auf dem Rauenstein wird man dann schon einmal etwas verwundert angeschaut, wo man da nun hergekraxelt kommt. Mothes verweist darauf, dass man auf der anderen Seite über den Bärengrund absteigen kann. Für unsere Tour ist das zwar nicht notwendig, aber zumindest einen Teil davon haben wir uns mal angeschaut, auch weil eine Aussicht auf die Weißen Brüche und die Bastei möglich war. Der Anfang war wieder recht steil, man landet ebenfalls in einem großen Kessel und steigt noch ein ganzes Stück durch eine Felsengasse ab. Dieser Weg scheint aber, zumindest historisch, nicht von größerem Interesse zu sein und erschien mir auch etwas beschwerlicher als der Aufstieg.

Wenn man ein kleines Stück auf der anderen Seite absteigt, kann man über einen Pfad zu einer schönen Aussicht auf die Weißen Brüche und die Bastei gelangen.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nichts davon, dass sich nur wenige Augenblicke zuvor ein Mann von der Basteiaussicht in den Tod gestürtzt hatte. Die Bergwacht musste die Leiche von der Rahmhanke abtransportieren.

Auf dem Rauensteingrat zurück wandern wir in Richtung der Gastwirtschaft und steigen dann hinab. Vom gelb markierten Weg wechseln wir auf den roten und zweigen an einer Kreuzung in Richtung Tiefer Grund ab. In wenigen Kehren hat man den Grund erreicht, der hoch zum Hermann-Schneider-Weg führt. Diesen Weg gehen wir, bis rechts das Felsmassiv „Knöchel“ in den Blick kommt. An dieser Stelle zweigt links ein kleiner Pfad in Richtung Großer Bärenstein ab. Hier geht man bis an den Fels heran, nach rechts um die Ecke und man steht im Riegelhof. Über uns ragt der Kletterfels Conradturm auf und im Talschluss geht die Riegelhofstiege hinauf. Große Überraschung: wir müssen eine geschlagene halbe Stunde warten, bis sich der Gegenverkehr nach unten gequält hat. Oben auf dem Großen Bärenstein bietet sich eine schöne Aussicht auf den kleinen Bruder. Ein kleiner Pfad führt uns nun in süd-westlicher Richtung hinab und wieder auf den Hermann-Schneider-Weg. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Knöchel und wandern dann in Richtung Wehlen zurück zum Ausgangspunkt.

Der rot markierte Wanderweg

Der Tiefe Grund. Ein wirklich schöner, alter Weg mit Mauerresten im Anfangsbereich.

Riegelhof und …

… Riegelhofstiege. Im Anfangsbereich etwas beschwerlich.

Knöchel
Vielen Dank an Axel Mothes/Stiegenbuchverlag für die Beschreibung des Flüchtlingswegs auf den Rauenstein.

Christian Helfricht

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  1. 8. Mai 2011 um 11:03 pm

    Danke für die tolle Wegbeschreibung. Bin den Weg zu Ostern mit meiner Freundin gegangen und wir haben ihn dank der guten Beschreibung gut gefunden und für sehr lohnenswert befunden. Hab auf meinem Blog auch noch ein paar Fotos.

  2. Anonymous
    7. August 2011 um 7:51 pm

    Solide beschrieben. Anerkennung. Ich bin hier aufgewachsen und kenne (fast) alle diese Wege aus meiner Jugend.

  1. 8. Mai 2011 um 8:21 pm

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