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Kleiner Zschirnstein und Kohlbornstein

Kleingießhübel Parkplatz – Wiesenweg – Kleiner Zschirnstein – Ringweg Kleiner Zschirnstein – Hirschgrund (WM roter Punkt) – Kleingießhübel – Rölligmühle – Lasenweg (WM roter Punkt) – Kohlbornstein – Koppelsbergweg – Krippen – Bahnhof Bad Schandau

Da der Fundus an Wanderungen kein Ende zu nehmen scheint und noch etliche Touren ausstehen, die noch nicht veröffentlich wurden, werden in nächster Zeit nun öfter Wanderungen dazukommen, die vielleicht auch schon ein ganzes Stück zurück liegen, aber von ihrer Aktualität nichts verloren haben. Sollte es meines Wissens gravierende Wegveränderungen geben, werde ich versuchen darauf hinzuweisen. Natürlich ist auch mir nicht alles bekannt, es empfiehlt sich also vor einem Ausflug immer mal zu schauen, ob auf den einschlägigen Seiten nicht doch etwas darüber steht, dass dieser oder jener Weg gesperrt ist. Und natürlich ist es zwingend notwendig mit Karte unterwegs zu sein, zumal hier sehr oft Wege beschrieben werden, die nicht markiert sind.

Diese Wanderung stammt also aus dem Spätherbst des vergangenen Jahres und ist entstanden, weil wir einmal den Kleinen Zschirnstein und dabei den von Axel Mothes beschriebenen Ringweg am Fuß des Tafelbergs besuchen wollten (Axel Mothes: Bergpfade & „Andere Wege“ im Sandstein Band II, S.102-107). Ich hatte zuvor davon schon zweimal gelesen (Werte der deutschen Heimat. Band 2: Zwischen Sebnitz, Hinterhermsdorf und den Zschirnsteinen, S.170f und ein kurzes Stück bei Peter Rölke: Wander- & Naturführer Sächsische Schweiz. Rathener Felsen, Polenztal, Tafelberge und Bielatal, S.189)und deswegen war ich doch auf diesen in vielen Karten nicht mehr vermerkten Weg gespannt.

Wir starten unsere Wanderung am Parkplatz in Kleingießhübel, folgen dem Wiesenweg leicht ansteigend aus dem Ort hinaus und biegen dann einen der größeren Wege rechts ab. Welchen Weg man hier nutzt, ist eigentlich relativ egal, denn die meisten treffen sich an einer kleinen Schutzhütte (oder etwas unterhalb davon), von der man gemütlich auf den Kleinen Zschirnstein aufsteigen kann. Auf dem Kleinen Zschirnstein sehen wir noch an einigen Stellen Markierungen mit dem gelben Punkt – wir orientieren uns aber lieber an den vielen kleinen Pfaden, die uns schließlich zur Aussicht am Antennenmast führen. Von da aus kann man einen wunderbaren Blick genießen auf einen Großteil der gesamten Sächsischen Schweiz. Besonders die Tafelberge sind wunderbar zu erkennen, direkt vor uns aber auch Kleingießhübel. In nordwestlicher Richtung liegen die Lasensteine und der Kohlbornstein, den wir am späten Nachmittag erreichen werden.

Nach einer kurzen Rast und heißem Tee, denn es war schon recht kühl an diesem Tag, folgen wir einem kleinen Pfad in nordöstlicher Richtung und gelangen vorbei an einer Abstiegsmöglichkeit zu einem kleinen Aussichtspunkt, von dem man sogar bis zum Prebischtor schauen kann. Das hat mich doch etwas überrascht, denn ich hätte bei weitem nicht damit gerechnet, dass man von hier einen so großartigen Blick ermöglicht bekommt. Auf gleichem Wege geht es zurück bis zum Antennenmast und dann dem Verlauf weiter folgend, bis man zu einer Abstiegsmöglichkeit kommt, die einem geheuer vorkommt. Eigentlich gibt es einige davon, wir nutzen aber den Abstieg, der nördlich einer bestimmten Höhle (mit der Markierung 29d – hier empfiehlt sich die Skizze bei Mothes) von oben zum Felsfuß hinabführt. Im Abstieg öffnet sich auf der rechten Seite ein kleines Felsentor durch welches man zu einer Feuerstelle gelangt. Auch von hier bietet sich noch einmal eine wirklich gute Aussicht. Wir steigen nun weiter ab (wobei ich teilweise eher die Wiese runterrutsche – was ich zum Anlass nehme die alten Wanderstiefel wegzuhauen) und gelangen auf den schon am Anfang beschriebenen Ringweg. Da wir nicht den gesamten Ringweg gehen wollen, biegen wir am Felsfuß nun also links ab.

Der Ringweg am Kleinen Zschirnstein ist wirklich ein großartiges Erlebnis. Im Wegverlauf eröffnet sich immer mal wieder eine kleine Höhle mit Inschriften; da ist eine Boofe, dort liegen Federspuren, die von einem kleinen Kampf zeugen und wenn der Wind so richtig durchs Heidekraut und an den schroffen Felsabbrüchen vorbeizieht, dann fühlt man sich so seltsam weit weg von allem, was man sonst im städtischen Leben mitbekommt, dass man für immer an diesem wunderbaren Ort verweilen möchte.

Aber es geht dann doch weiter, und wir gelangen bald hinab auf den rot markierten Hirschgrund, über den wir wieder nach Kleingießhübel kommen. Hier könnte man die Runde dann eigentlich auch beenden, aber da wir nicht an ein Auto gebunden sind, erweitern wir die Wegstrecke noch zum Kohlbornstein. Im Ort geht es an der geschlossenen Zschirnsteinbaude und der mittlerweile stark verfallenen Rölligmühle vorbei, ein kurzes Stück an der Straße entlang. Gleich nach Ortsausgang steigt ein Waldweg aber wieder steil links hinauf in den Wald (WM roter Punkt). Auf dem Lasenweg vorbei an den Lasensteinen gelangen wir zum Anstieg hoch auf den Aussichtspunkt des Kohlbornsteins. Es ist nun schon später Nachmittag, denn das Verweilen auf dem Ringweg hat doch einige Zeit gekostet, sodass die Sonne schon sehr tief steht und das Elbsandsteingebirge in einen orange-roten Schimmer hüllt. Die Aussicht vom Kohlbornstein ist vielleicht gerade zu dieser Jahres- und Uhrzeit am schönsten. Wir können, wenn wir den Blick in östliche Richtung wenden, Reinhardtsdorf-Schöna erkennen, mit Wolfsberg, Kaiserkrone und Zirkelstein, dahinter auf böhmischer Seite den Rosenberg (Růžovský vrch) und in der Ferne den Kaltenberg (Studenec). Mit einem letzten Blick auf die Schrammsteine steigen wir wieder hinab und kommen auf dem Koppelsbergweg nach Krippen. In Krippen geht es noch bis zum Bahnhof in Bad Schandau. Wir steigen in die S-Bahn und entschwinden der Sächsischen Schweiz, die nun schon im Abenddunkel liegt.

Christian Helfricht

Blick vom Kleinen Zschirnstein auf die Tafelberge

Überraschender Blick zum Prebischtor

Felsdurchgang …

… zu einer versteckten Feuerstelle

Abstieg vom Kleinen Zschirnstein

An dieser Stelle gelangen wir auf den Ringweg

Eine von vielen Katzen in Kleingießhübel

Aufstieg zur Aussicht auf dem Kohlbornstein

Blick Richtung Tschechien (mit Rosenberg und Kaltenberg)

Letzter Blick auf die Schrammsteine

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  1. 25. Oktober 2010 um 10:02 pm

    Tolles Wetter, tolle Fotos, machen wie immer Lust auf mehr 🙂
    Danke fürs teilen!

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