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In den feuchten Wäldern des Bielatalgebiets

Rosenthal Mühlsteig (WM grüner Punkt) – Mühlweg – Ottomühle – Glasergrund – Bennohöhle – Wormsbergweg (WM roter Strich) – Grenzplatte – Wormsbergweg – Moorteich – Mehlsteig (WM gelber Strich) – Zeisigstein – Hartenstein (WM gelber Punkt) – Kochemoor – Zauschengrund – Diebsgrund – Harald-Schurz-Weg (WM blauer Strich) – Nachbar (WM gelber Punkt) – Schweizermühle

Unsere heutige Wanderung orientiert sich zu einem großen Teil an einer Wanderung von Peter Rölke (Wander- & Naturführer Sächsische Schweiz. Band 2. Rathener Felsen, Polenztal, Tafelberge und Bielatal. Dresden 2006, S.226-233). An einigen Stellen haben wir die Wanderung aber etwas abgeändert, da wir noch ein paar Dinge zusätzlich erkunden wollten. Erweitert wurde die Wanderung um den Mühlsteig, die Bennohöhle und den Hartenstein, sowie den Aussichtspunkt „Nachbar“ und das Ziel an der Haltestelle Schweizermühle. Heraus genommen wurden der über den Glasergrund zu erreichende Schaftwaldweg und die Johanniswacht, sowie Ziel- und Startpunkt an der Ottomühle.

Wir starten bei leichtem Nieselregen in Rosenthal und wandern über einen Feldweg (Mühlsteig) dem Mühlweg entgegen, der uns hinab ins Bielatal führt. An der Ottomühle zweigen wir links in den asphaltierten Glasergrund ab. Nach einem kleinen Stück weist uns ein Schild darauf hin, dass man links zur Bennohöhle abzweigen kann. Wir folgen und erreichen über einen grünen, feuchten Steig die zwischen Felsbrüchen liegende Höhle. Von oben strahlt Licht in die Höhle, zumindest in den Anfangsbereich. Für die weiter hinten und tiefer liegenden Stellen ist unsere Stirnlampe wirklich sehr hilfreich. Innen ist die Höhle teils moosbewachsen, teils mit wunderbar rötlich gefärbtem Sandstein versehen. Nachdem wir die Höhle wieder verlassen haben, steigen wir weiter bergan, gelangen in ein kleines, wildes Tal und steigen auf einem winzigen Pfad auf eine Ebene, die uns links wieder auf den Wormsbergweg führt. (nebenbei: auf dem Wormsbergweg wechseln wir vom vorderen großen Schaftwald in den hinteren)

Von hier geht es fast schnurgerade zur Grenzplatte, unserem ersten guten Aussichtspunkt, der heute jedoch noch nebelverhangen ist. Der Schneeberg deutet sich im Hintergrund an, selbst beim Blick hinab in Richtung Ostrov ist nur ein kleiner Teil des Ortes sichtbar. An den weiteren Blick in Richtung Rosenberg und Studenec, wie Rölke beschreibt, ist heute gar nicht zu denken. Nach kurzer Rast kommen wir zurück auf den Wormsbergweg, der uns nun eng an der Grenze vorbei leitet, den Glasergrund kreuzt und zum Moorteich führt. Der Moorteich entwickelt sich, so steht es auf einer anschaulichen Tafel ausgewiesen, zu einem Zwischenmoor. Der Torfboden hat sich schon auf über 1,3m aufgebaut. Das bedrohte Biotop beherbergt typische Pflanzenarten wie Adlerfarn, Flatterbinse und Schmalblättriges Wollgras. Besonders als Laichplatz für Libellen ist der Moorteich essenziell. (nebenbei: von der Grenzplatte hin zum Moorteich sind wir vom Waldgebiet Hinterer Brand in den Vorderen Brand gewandert)

Vom Moorteich gehen wir ein Stück zurück und wandern der gelben Markierung folgend (Mehlsteig) zum Zeisigstein. Die Aussicht hier gestaltet sich schon etwas besser, zumindest Teile des böhmischen Gebiets sind erkennbar – immerhin. Interessanter für uns ist aber der Hartenstein. Dieser wird nur noch selten besucht, die Beschilderung auf dem Weg ist am Anfang zwar frisch erneuert, am Ende jedoch vollkommen verfallen. Auch die Markierung (gelber Punkt) sucht man am Abzweig zum Aussichtspunkt vergeblich. Dafür hat man hier aber seine Ruhe und kann auf Bahratal und Hellendorf hinabblicken. Nach erneuter Rast wird die Wegstrecke nun komplizierter. Zu empfehlen wäre vom Hartenstein der markierte Weg, der in die Nähe des Kochemoors führt. Wir nutzen aber einen Weg, der sich entlang der Höhenlinien zwischen den beiden markierten Wegen befindet. Zunächst ist dieser Weg noch recht groß, im späteren Verlauf wächst er mit Gras, dann massiv mit Farn zu, bis er so gut wie nicht mehr erkennbar ist (Details: s. Bild unten). Im Übrigen ist dieser Weg aber interessant, da er an einer Stelle einen überraschenden Blick auf den Pfaffenstein und die Barbarine gewährt.

Zurück auf dem markierten Weg erreichen wir, nachdem wir rechts in „dunklen Fichtenforst“ einbiegen, wie Rölke es treffend beschreibt, das Kochemoor. Zum Kochemoor selbst gibt es, soweit sichtbar, keine Schautafel, aber es gibt einen wirklich detaillierten Exkurs von Holm Riebe im Rölke-Wanderführer (S.232,f). Vom Kochemoor gelangen wir auf die Hirschstange. Wir gehen ein kurzes Stück nach links und auf der rechten Seite den eher unscheinbar wirkenden Zauschengrund hinab. Dieser entwickelt sich aber zu einem wirklich angenehmen, mäßig absteigenden Grund, der vorbei an Felswänden auf dem Diebsgrund endet. Dieser führt nun, vorbei an einer Sandsteinsäule zum Harald-Schurz-Weg, der unheimlich groß ausgebaut ist (Teil des Euroäischen Fernwanderweges E3). Nun zweigen wir links ab und kommen zum Nachbar, ein Felsgebilde mit luftigem Aussichtspunkt und Blick hinab ins Bielatal. Um zu unserem Zielpunkt, der Haltestelle Schweizermühle, zu gelangen, nehmen wir den Abstieg beim Nachbarfels und sind schon Augenblicke später im Tal.

Tipp: Wenn für diese Wanderung eine Karte zu empfehlen ist, dann die Kompasskarte (Elbsandsteingebirge. Karte Nr. 761. Maßstab 1:30.000). Hier finden wir auch die meisten kleineren Wege. Allerdings ist das Kochemoor bsw. nicht mit eingezeichnet. Böhm-Karten nützen hier wenig, da sie das Gebiet nicht völlig abdecken. Die Nationalparks-Karte von Sachsen Kartographie ist an vielen Stellen zu ungenau und stimmt an manchen Kreuzungen nicht mit den Gegebenheiten in der Natur überein. Das ist uns im Übrigen nun schon öfter ausgefallen. Zudem sind kleinere Wege nicht verzeichnet.

Christian Helfricht

Herbststimmung auf dem Wormsbergweg

Blick aus der Bennohöhle

Standen einfach am Wegerand – der Geruch war eindeutig … Stinkmorcheln

Moorteich

Aufstieg zur Aussichtskanzel auf dem Zeisigstein

Aussichtsplattform auf dem Hartenstein

Unsere Wegstrecke ist der von mir blau markierte Pfad, der allerdings schon sehr zugewachsen ist (Karte: Kompass)

FND Kochemoor

Zauschengrund

Aussichtspunkt „Nachbar“

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