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Wilder Grund, Carolafelsen und Schwarzes Loch

Parkplatz „Nasser Grund“ – Nasser Grund – Jordan – Lorenzlöcher – Wilder Grund – Bl. WM Zurückesteig – Carolafelsen – Obere Affensteinpromenade in südl. Ri. – Übergang bl. WM Ri. Schrammsteine – Abzweig Schwarzes Loch – Hinterwinkel – Nasser Grund – Parkplatz „Nasser Grund“

Eine der schönsten Wanderungen, die wir bis jetzt durchgeführt haben, ohne Frage. Das liegt vor allem am versteckten Aufstieg „Wilder Grund“, der eine grüne Oase bildet, die wahrscheinlich ganzjährig feucht ist und nicht oft begangen wird. Aber auch der Abstieg durch das „Schwarze Loch“ ist unbeschreiblich schön, doch dazu später mehr.

Für die Wanderung ist die Böhm-Wanderkarte Schrammsteine/Affensteine unerlässlich. Darin finden sich so gut wie alle kleinen, noch vorhandenen Aufstiege hoch auf das Plateau der Affensteine bzw. auf die Schrammsteine. Neben den markierten Wegen (bsw. durch den Kleinen Dom, die Lehne oder den Mittelwinkel) finden sich etliche kleine Pfade, von denen die einen mehr (Wilde Hölle), die anderen weniger bekannt (Wilder Grund) sind. Manche davon sind auch nur noch schwer zu begehen, da Steighilfen entfernt wurden (bsw. der Aufstieg im Großen Dom), andere hingegen finden sich nicht einmal mehr auf der Böhm-Karte (linker Aufstieg im Mittelwinkel, soweit ich das sehe). Aber in ihrer Detailgenauigkeit ist die Karte nicht zu überbieten.

Zur Wanderung: Wir starten am Parkplatz Nasser Grund, den man entweder mit dem Auto erreicht oder die Busverbindung Ri. Hinterhermsdorf nutzt, so wie wir es getan haben. Leicht ansteigend geht es im Nassen Grund auf befestigtem Wege Richtung Jordan. Das ist ein alter Weg, bei dem die Felsen im Verlauf immer weiter zusammentreten, um dann unvermittelt an einer Kreuzung zu stehen, bei der nun mehrere Möglichkeiten zur Fortsetzung der Wanderung bestehen. Wir wählen den Weg geradeaus in die Lorenzlöcher.

Zunächst relativ entspannt, dann enger und etwas steiler ansteigend ist der Wegeverlauf nur noch schwer sichtbar. Hier empfiehlt es sich, genau der Böhmkarte zu folgen, d.h. sich im Notfall rechts zu halten, auch wenn der Wegverlauf zunächst auf linker Seite sichtbar ist. Im Übrigen ist der Weg mit Kletterzugangs-Markierungen versehen, die einem weiterhelfen. Verlaufen kann man sich also nicht. Am Ende der Lorenzlöcher steht man vor einem Felsen mit der Markierung 163, wie auch bei Böhm vermerkt. An dieser Stelle geht es, der Markierung folgend, linkerhand weiter steil aufsteigend auf eine Felsstufe, wo man auch mal die Hände einsetzen muss; allerdings relativ ungefährlich, wenn man ordentliches Schuhwerk anhat. Auf der Felsstufe angekommen folgt man dem Weg in rechter Richtung, läuft zunächst am Fels entlang, um dann in den Wilden Grund zu gelangen. Dieser ist unbeschreiblich. Komplett feucht fließt eine kleiner Rinnsal den gesamten Grund entlang, den man immer wieder überquert. Als Steighilfen helfen Wurzeln, kleine Steinscharten u.Ä. Teils gebückt laufend und immer leicht ansteigend erreicht man wieder einen kleinen Pfad, der nun durch eine stille Lichtung kurz vorm Ausstieg auf die blaue WM noch einmal etwas steiler wird. Hier ist ein genauer Wegverlauf nicht mehr erkennbar. Oben angekommen führt auf der anderen Seite die Rotkehlchenstiege bergab, die wir heute allerdings nicht nutzen, denn wir wollen zuvor noch zum Carolafelsen.

Zum Carolafelsen nutzen wir die blaue WM über den beliebten Zurückesteig. Nach einer Rast auf dem sehr überlaufenen Aussichtspunkt, verlässt man den Carolafels Richtung Abzweig Wilde Hölle, folgt aber links der Oberen Affensteinpromenade. Dieser Weg schlängelt sich gemächlich voran und endet an der blauen WM, der wir nun in Richtung Schrammsteine folgen. Kurz nachdem die Lehne abzweigt, folgt auf rechter Seite der Abstieg durchs Schwarze Loch.

Der Weg durchs Schwarze Loch ist wirklich spannend, aber nicht gefährlich. Zunächst geht es relativ steil und serpentinenartig bergab, ab und an finden sich kleine Stufenreihen, die darauf hinweisen, dass dieser Weg früher öfter genutzt wurde. Immer wieder sehen wir Kletterzugangs-Markierungen, der Wegverlauf ist aber auch so eindeutig. Der Weg führt im Mittelteil auf gleichbleibender Höhe gerade aus, zwischendurch kann man Kletterer am Fels „Vagabund“ beobachten. Plötzlich steht man vor einer kleiner Stufenreihe, bei der man etwas aufpassen sollte, vor allem wenn es etwas feucht ist. Diesen Part überwunden führt der Weg wunderbar idyllisch bergab, vorbei an einer mossbewachsenen Felswand, an der Wasser von oben herunterläuft und für eine Erfrischung sorgt. Am Ende des Weges gelangt man auf den markierten Wanderweg Lehne. Von hier aus geht es, dem Weg rechts folgend, zum Nassen Grund und zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Christian Helfricht

s. weitere Wanderungen Wilder Grund:

http://www.4funweb.de/ssw/wgoap.htm

http://www.wandern-saechsische-schweiz.de/Schram_Lorenzwaende.asp

bzw. Mothes, Axel: Bergpfade &  „Andere Wege“ im Sandstein. Band II. Halle/S. 2009, S.165-169. (www.stiegenbuchverlag.de)

s. weitere Wanderungen Schwarzes Loch:

http://www.wanderpfade.de/index.asp?wp=2131

http://www.4funweb.de/ssw/sloch.htm

http://www.wandern-saechsische-schweiz.de/Schram_Schwarzes_Loch.asp

bzw. Mothes, Axel: Der Weg ist das Ziel. Band I. Halle/S. 2005, S.68-70.

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