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Das Märchen vom Minus-Ossi

Nun sind die Ossis also keine eigene Volksgruppe. Na wer hätte das denn gedacht?!
Das Arbeitsgericht in Stuttgart hat entschieden und damit Grundsätzliches verkündet: Man könne den „Ossi“-Begriff zwar diskriminierend verstehen, aber eine Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft läge deswegen noch lange nicht vor. Also muss sich die klagende Dame damit abfinden, dass man es ihr als negativ anrechnen kann, dass sie aus der ehemaligen DDR kommt.

Dieser Fakt ist, wenn nicht berauschend, dann doch zumindest spannend. Welcher Ossi mag sich das denn nicht schon einmal gedacht haben, er sei irgendwie benachteiligt, bekomme weniger Geld und würde geringer wertgeschätzt? So. Nun aber mal nicht alle über einen Kamm scheren. Das ist ja schon ein spezieller Fall. Da ist der Arbeitgeber ein Dussel an sich und händigt der Arbeitssuchenden ihre Bewerbung aus, auf der gleich eine handschriftliche Einschätzung steht mit der „Expertise“: Minus-OSSI. Das sei natürlich nicht der Grund für die Ablehnung, so wurde im Nachhinein verbreitet, es habe da ganz andere Probleme gegeben.

Alldieweil eine Frau, die mit ihrer Herkunft öffentlich umgeht, sich nicht verstecken muss und dann darauf klagt, nicht als eine Fremde unter eigentlich Gleichen behandelt werden zu dürfen. Eine Frau, welcher der Medienrummel nun zu viel werde und deren Ziel es einfach nur sei, den Leuten mal ins Gewissen zu reden und zum Nachdenken anzuregen.

Na gut. Warum auch nicht? Und was sollten die Richter denn auch sagen? Die Entscheidung war von vorn herein klar: Ossis und Wessis – keine Unterschiede, ein Volk. Man stelle sich doch mal vor, was für Proteststürme aufgezogen wären, hätte man gegenteilig entschieden! Viele Ossis hätten sich möglicherweise gar noch bestätigt gefühlt in ihrer BRD-kritischen Meinung und gleich wieder von der Treuhandanstalt und ähnlichem gefaselt. Und damals hat man alles kaputt gemacht …

Ach, wer möchte da noch urteilen? Frei sind wir; frei und reich an allem.

Christian Helfricht

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