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Buchempfehlungen

In letzter Zeit haben sich wieder einige Bücher neu in meinem Fundus angesammelt, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Vielleicht ist da auch für die werten Leser die ein oder andere Empfehlung dabei. Es handelt sich nicht um aktuelle Neuerscheinungen, sondern Bücher die ich teils im Buchhandel, teils geschenkt aber auch auf Flohmärkten und in alten, vergessenen Ecken gefunden habe. In der folgenden Auswahl liegt der Schwerpunkt auf Reise- und Abenteuerliteratur im weitesten Sinne.

Zunächst ist mir zum ZDF-TV-Ereignis „Der Seewolf“ die Idee gekommen, dass man den Jack London-Klassiker doch mal gelesen haben müsste. Also habe ich mir das Buch über booklooker.de zugelegt und durchgelesen. Zunächst war ich ein wenig enttäuscht, mir fehlte der psychologische Tiefsinn, den man in der Person Wolf Larsen entdecken sollte. Dieser wurde jedoch dann auf verschiedenen Ebenen ausgebaut und speziell das Verhältnis zwischen Humphrey van Weyden zum Seewolf überzeugte. Gleichwohl spürt man die wirklich impulsive, natürliche Kraft in den beiden Hauptakteuren, die von London sehr ausdrucksstark inszeniert wird. Zugleich muss noch die Seemannsrhetorik erwähnt werden, in die man sich etwas einarbeiten muss, um auf sie später nicht mehr verzichten zu können.
Fazit: Lesenswert

Dann bin ich durch eine Uni-Empfehlung über den Autor Bill Bryson gestolpert. In seinem Reisebericht „Picknick mit Bären“ erzählt er über seine Tour durch 14 Bundesstaaten der USA über den Appalachian Trail. Von den Vorbereitungen (bsw. Kauf der Ausrüstung) über seinen Wanderkollegen Katz (ein kratzbürstiger, alter Freund, der vor allem Vorlieben fürs Essen hat) bis hin zu widrigsten Weg- und Wetterbedingungen wird kein Fettnäpfchen einer ersten Trekkingtour ausgelassen. Die 3000 Kilometer werden zunächst zur Qual und dann zu einem Erlebnis, auf das man nicht mehr verzichten möchte. Ja, der Appalachian Trail lässt den Erzähler gar nicht mehr los … genauso wie den Leser! Wo die Bären aber blieben, weiß nur der liebe Gott.
Fazit: Lesenswert

Auf das nächste Buch bin ich gestoßen, weil ich die National Geographic Taschenbücher von Frederking und Thaler so großartig finde. Dann habe ich im Sortiment ein wenig gewühlt und gestöbert und bin auf die Annapurna-Tour von Andrew Stevenson gestoßen: „Rund um den Annapurna“ Ich habe mir von diesem Buch einen ausgiebigen Reisebericht durch das Annapurna-Massiv im Himalaja erwartet, war aber ein klein wenig enttäuscht. Ein bißchen mehr Natur und weniger Kultur hätte dem Buch sicher gut getan, aber wer sich für die Volksgruppen im Himalaja interessiert, für den ist das sicher etwas. Auch die Höhenkrankheit und deren teils bizarre Auswirkungen werden auf sehr humorvolle Weise beschrieben – hier liegt sicherlich ein wesentlicher Pluspunkt des Buches. Die Karte, auf der sich die Reise Stevensons nachvollziehen lässt und die ausreichende Bebilderung runden das ansonsten durchaus gute Buch ab.
Fazit: Bedingt lesenswert

Das letzte Buch, das ich vorstellen möchte, stammt von dem wohl bekanntesten aber auch umstrittensten Bergsteiger Deutschlands, Reinhold Messner. „Der nackte Berg“ schildert die Erlebnisse der Messner-Brüder bei der Nanga Parbat Besteigung im Jahre 1970, um die sich etliche Legenden gebildet haben. Reinhold Messner schildert zunächst die Vorgeschichte der ersten Versuche, den Berg zu bezwingen (bsw. durch ein Expeditionsteam um Willy Merkl) und die dann folgende Erstbesteigung durch Hermann Buhl. Im folgenden geht er auf das Team um Karl Maria Herrligkoffer von 1970 ein, die Spannungen die zwischen den einzelnen Teilnehmern herrschen und die Schlechtwetterperioden, die eine Besteigung hinauszögern. Messner beschreibt dann seinen Entschluss den Gipfel allein zu besteigen und die Entscheidung seines Bruders Günther ihm nachzusteigen. Zu zweit überqueren sie den Nanga Parbat – beim Abstieg jedoch kommt Günther ums Leben und Reinhold gelangt völlig erschöpft und sinnentfremdet im Tal an, wo er mit Hilfe Einheimischer zu seiner Expeditionstruppe zurückfindet. Reinhold Messner schildert bedrückend und mitreißend, wie er die Überquerung des Gipfels erlebte, wie sein Entschluss reifte den Berg zu überqueren und nicht auf der Rupalseite, sondern über die Diamirwand zurückzukehren. Hierüber kam es auch später zum Streit mit Expeditionsteilnehmern, die von Messner eine ehrliche Bewertung forderten und ihn dazu drängten zuzugeben, seine wahren Beweggründe seien von vorn herein andere gewesen. Dieses Buch ist für eine Sichtweise der Dinge sehr empfehlenswert.
Fazit: Lesenswert

Christian Helfricht

Bücher1

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  1. Martin
    3. März 2010 um 4:08 pm

    Ich fand „Der nachte Berg“ auch sehr beeindruckend und berührend. Mit folgender Aussage bin ich aber nicht ganz einverstanden:
    „…bekanntesten aber auch umstrittensten Bergsteiger Deutschlands, Reinhold Messner…“!? Trotz Messners deutscher Muttersprache finde ich es etwas überraschend dass du ihn als Deutschen bezeichnest. – Vielleicht unverfänglicher „umstrittenster Bergsteiger im dt. Sprachraum“?

    • 3. März 2010 um 8:22 pm

      Natürlich ist Messner Südtiroler, vielen Dank für den Hinweis – da habe ich mich wirklich unverständlich ausgedrückt.

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