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Marionette im politischen Ränkespiel der CSU

Ja gibts denn das, möchte man sagen. Ungläubig schaut man drein, konnte es nur ahnen, in Ansätzen vielleicht, aber heute oder morgen? Bundeswirtschaftsminister Michael Glos schickt sein Rücktrittsgesuch an seinen CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer und, ja was und? Der Rücktritt wird nicht akzeptiert und folglich ablehnt.

Doch wie konnte es dazu kommen? Glos ist einer, dem würde man in der bayerischen Regionalpolitik viel zutrauen und dazu auch noch vertrauen. Auch als Chef der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag hat er sich wacker geschlagen und die bayerischen Interessen auf Gedeih und Verderb vertreten. Er war angesehen, ein Streitbarer, einer mit dem man etwas vereinbaren konnte und dem Prinzipientreue noch als Tugend galt.

Nun aber gab es Stoiber, dessen Machtsucht sich erst auf Berlin richtete und dem das Superministerium verwehrt blieb, woraufhin sein Rückzug nach München folgte. Das Sujet des politischen Verderbens in seiner schönsten Pracht: Stoiber starb den Bundestod und später auch den bayerischen. Doch gehört es zum Establishment der Union, das der CSU auch ein paar Ministerposten zustehen, deren Besetzung allein in ihrer Hand liegt.

Und da kam Glos. Oder besser: er wurde gekommen. Sein Weg ins Wirtschaftsministerium war der eines widerborstigen Wildschweins. Er wollte das Amt nicht, er war nicht dafür geeignet, schlicht es war ein politisches Ränkespiel der CSU-Granden. Und in den Jahren als Minister ergraute nicht nur sein Haupthaar, auch seine politischen Erfolge und speziell sein Nichtvorhandensein in der aktuellen Wirtschaftskrise waren Ausdruck einer Stellung zum Ministeramt, die dieser schweren Aufgabe nicht gewachsen und nicht würdig ist. So kam sein Hilferuf also nicht ganz ins Blaue hinein, wenn man die Machtverhältnisse der CSU genauer beobachtet.

Doch das sein Rücktrittsgesuch nun abgelehnt wird kann zweierlei bedeuten: 1. Seehofer möchte Glos nicht übers Messer laufen lassen und ihm seine Unterstützung bedeuten. 2. Nun einen Nachfolger ins Ruder des Wirtschaftsministers zu setzen – wie in der bayerischen Regionalpresse zu vernehmen ist, steht ein neuer Mann schon am Start – wäre eine zu starke Pointierung auf Machtpolitik anstelle von Sachpolitik, die Seehofer seinen guten Ruf kosten könnte. Und das wäre für den immer forscher agierenden CSU-Chef ein Glaubwürdigkeitsverlust, der seinesgleichen sucht.

Der Glasperlenspieler

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