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Das Erbe des George W. Bush

Nach unsäglichen Wochen des Wartens und Bangens, dass er nicht doch noch in das ein oder andere Fettnäpfchen treten würde und nun mit einer gewissen Erleichterung, dass alle schwierigen Themen, die in der Zeit bis zur Inauguration zu bewältigen waren, gelöst wurden, bleibt die schlichte Erkenntnis: Der neue Präsident der USA heißt Barack Obama und unser Bild von Amerika gehört neu auf den Prüfstand gesetzt.

Wenn man in den letzten acht Jahren eine Meinung hatte, hinter die sich alle vereinen konnten, dann war gewiss von den imperialen Bestrebungen eines Herrn Bush die Rede, besonders in seiner ersten Amtsperiode. Das gewaltige Leid des elften September und die damit einhergehende Spontanreaktion der Terrorismusbekämpfungen an allen Ecken und Enden der Welt, Irak, Iran, Afghanistan, Syrien und Nordkorea, die Schurkenstaaten also (von Kuba mal ganz abgesehen) zeugte von einem hegemonialen Politikverständnis. Bush, der so platt als Ölinteressent verschriene Machthaber, und sein Führungsstab in Washington D.C. wurden zu Symbolen einer neuen Gewaltherrschaft, die ihre Interessen nicht durch Verhandlungsgeschick, sondern mittels Kriegsdekret und Einzugsbefehl durchsetzt. Das Verhältnis zu Russland sank auf einen Tiefpunkt, als es um die Abwehrraketenstationierung auf europäischem Boden ging und die USA sich nach dem Georgienkonflikt weiterhin stark für einen Beitritt dieses Landes zur Nato engagierte. Das Alte Europa wurde zum Feinde Bushs, als nicht alle Länder dem Einmarsch in den Irak zustimmten und sich somit dem amerikanischen Kurs entgegensetzten, in dem sie auf ein UN-Mandat pochten.

Auch innenpolitisch entsprach Bush den an ihn gestellten Anforderungen, besonders zum Ende seiner Amtszeit, nicht mehr. Dies äußerte sich final in der nunmehr deutlichen Finanz- und Wirtschaftskrise, die per se eine Krise der Banken und Börsenparkette ist, und die zu bewältigen er nicht mehr in der Lage war. Vielmehr verzeihen die Amerikaner ihrem Präsidenten jedoch die Katastrophe um den Wirbelsturm Katrina und dessen Folgen insbesondere für die Bevölkerung von New Orleans nicht, zeigte es ihnen doch das Unvermögen ihres ersten Mannes in Washington mit Krisen richtig umzugehen, ja sie aus jenen auch wieder hinauszuführen.

Und so verschwindet der unbeliebteste Präsident des Landes, viel bleibt nicht von ihm. Einer, dem die Herzen der Massen zufliegen, übernimmt nun das Ruder und muss die Vorschusslorbeeren nun in die Tat umsetzen. Ein erster Schritt ist getan: Die Verhandlungen in Guantanamo wurden gestoppt und der Zeitplan für das Ende des Unrechtslagers ist vorgegeben: Ein Jahr noch, dann ist das nun mehr sieben Jahre lang existierende Internierungslager, das zugleich ein Symbol der amerikanischen Politik geworden ist, Geschichte.

Der Glasperlenspieler

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  1. 22. Januar 2009 um 3:30 pm

    Ein schweres Erbe; im Privatleben hätte man das ausgeschlagen!

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