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Helden sind das nicht

Die großen Helden – es gibt sie noch. Unser bewegtes Auge wandert durch die Gazetten der Welt, auf der Suche nach neuen Vorbildern und alten Schwarz-Weiß-Heroen. Keine Angst muss uns befallen, es sprüht und blüht und wächst und wütet.

Beim Blick in die Tageszeitung kam man heute um ein Bild nicht herum. Es zeigt einen der sogenannten „Kofferbomber von Köln“, Youssef Mohammad El Haj Dib, der den Fotografen die Mittelfinger entgegen streckt. Die Süddeutsche Zeitung zeigt jene Bildexegese gleich auf der Titelseite, in der Sächsischen Zeitung muss man immerhin einmal blättern. Neue Helden muss man eben gut vermarkten.

Besser wird es aber, wenn man in den Politikteil der Süddeutschen schaut. Die große Heldin der Deutschen, FDJ-Sekretärin … ähh … Bundeskanzlerin Angela Merkel, in vertrauter Umarmung und Andeutungen eines zärtlichen Kusses mit dem polnischen Premier Donald Tusk. Sie kann es. Sie verführt die Männer reihenweise, Sarkozy in Paris, Brown in London und Zapatero in Madrid, auch wenn die neuen Recken der europäischen Großmächte nun ein wenig Distanz zeigten. Sie ist die Femme fatale im politischen Zirkus und ihr nächstes Opfer wartet schon in Washington auf sie …

Meine persönlichen Helden warten nun aber zwischen dem ionischen und ägäischen Meer. Es sind jedoch nicht etwa die randalierenden Autonomen, nein, denn denen gilt auch ein wenig Respekt, da sie den korrupten Konservativen in der griechischen Regierung mal die Meinung sagen; vielmehr ist Premier Karamanlis mein Vorbild. Jener verkennt die politische Lage, zeigt keine Lösung für das durch die Finanzkrise gebeutelte Land und sagt den um Anerkennung bettelnden Aufständigen: Wir werden euch mit allen Mitteln bekämpfen. Ein Mann, der durchgreift, einer, dem man seine Tochter anvertrauen würde.

Nun denn: Helden sind vergänglich. Jede Epoche fand ihre eigenen Ikonen, deren Zeit mal eher oder später gekommen war. Nur wenige konnten Weltruhm erlangen, denen dies gelang, gebührt der Respekt aller. Von den drei Genannten kann man jedoch sicher sein: Ein neuer Luther ist da nicht drunter, Napoleon ist auch nicht in Sicht und Adenauer war noch schlechter als sein Ruf.

Gute Nacht,
der Glasperlenspieler

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