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Von einem, der auszog das Fürchten zu lehren

Jörg Haider, Landeshauptmann von Kärnten, ist am frühen Morgen an den Folgen eines Autounfalls gestorben.

Er war das Lachen in Person, doch seine süße Miene wurde meist zum bösen Spiel. Denn der große Meister der Medien und Verführer der Massen war das unheilvolle Beispiel einer Seite von Österreich, die man zu oft nicht sehen will. Gerade sein neuester Einfall, Asylbewerber aus Kärnten in Flüchtlingslager anderer Länder abzuschieben, zeugte von perfidem Fremdenhass. Haider war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Rechtspopulisten, der sich in die Reihe der großen europäischen Rechtsnationalen alla Geert Wilders aus den Niederlanden, Jean-Marie Le Pen aus Frankreich und etlichen osteuropäischen Nationalisten (beispielsweise Viktor Orbán aus Ungarn) einreihte.

Der populärste Politiker Österreichs ist nun bei einem Autounfall ums Leben gekommen, er hinterlässt seine Frau und zwei Töchter. Gerade bei der jüngsten Nationalratswahl ging er mit seinem neu gegründeten Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) als einer der Sieger hervor. Für ihn hätte das den nochmaligen Einstieg in die Bundespolitik bedeuten können, von der er sich allerdings schon weit entfernt hatte. Seine lange politische Karriere, deren Anfang im Jahre 1979 mit dem Einzug des jungen Haiders unter der Flagge der FPÖ ins Nationalparlament lag, war mit großen Erfolgen und etlichen Niederlagen gespickt. Seine Übernahme des Parteivorsitzes der Freiheitlichen hatte einen deutlichen Rechtsschwung zur Folge. Besonders seine Äußerungen zum Nationalsozialismus sorgten für Aufsehen, was letztlich im Rauswurf aus dem Nationalrat endete. Sein Wirken als Landeshauptmann von Kärnten im südlichsten Bundesland Österreichs brachte ihm große Sympathien ein. Im Rest Österreichs allerdings war er einer der gehassten Politiker.

Für das Land Österreich, so schrecklich es klingt, kann der Tod Haiders positive Konsequenzen haben. Seine Partei BZÖ wird ohne ihn vorm Untergang stehen, die Freiheitlichen um den Chauvinisten Heinz-Christian Strache verlieren damit einen Bündnispartner, gleichwohl deren Schnittmengen eher gering sind. Österreich steht damit vor einer Fortsetzung der Großen Koalition; das kleinere Übel, möchte man meinen. Mit Haider verliert Österreich seinen schrecklichsten Politiker. Der, der auszog das Fürchten zu lehren, verlässt nun die Bühne.

Adé, Jörg Haider!
Deinen Angehörigen ist die Trauer zugeschrieben. Österreich atmet auf.

Der Glasperlenspieler

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