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Pakistan am Ende: Blutige Hände fürs Präsidentenamt

Asif Ali Zardari ist ein ansehlicher, gepflegter Mann. Neben seiner Frau, der vor Monaten ermordeten Benazir Bhutto, wirkte er allerdings immer ein wenig unscheinbar, zurückgenommen. In ihrem Schatten konnte er ein ruhiges, unbehelligtes Leben führen, das ihm nun zum mächtigsten Mann Pakistans werden lässt.

So unscheinbar er auch scheint, so weit reichen aber auch die Vorwürfe gegen ihn: Ihm wird die Erpressung eines Geschäftsmanns vorgeworfen, den er mit einem ferngesteuerten Sprengsatz zum Abheben eines Bankkontos gedrängt haben soll. Ihm werden Mord und Korruption zur Last gelegt, weswegen er mehr als zehn Jahre im Gefängnis verbrachte. Nur durch den Einfluss seiner Frau wurde Zardari, der auch Senator und Umweltminister war, wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Vorwürfe verfolgen ihn jedoch noch heute.

Seine Zeit in der Haft muss ihm derweil weitreichend geschadet haben. Diabetes und Herzbeschwerden stammen, nach seinen eigenen Angaben, aus dieser Zeit. Und auch ein aktuelles Gesundheitsgutachten, dem er selbst zustimmte, weist nicht unbedingt darauf hin, dass er die besten Voraussetzungen hat, um neuer Präsident Pakistans zu werden: er soll an Depressionen leiden und erste Anzeichen von Demenz aufweisen.

Als stellvertretender Vorsitzender der pakistanischen Volkspartei PPP, der sein eigener Sohn Bilawal vorsitzt, führt er die Geschäfte der Parteipolitik. Ob er in der Lage ist, die anstehenden Probleme Pakistans, die vor allem die rasende Inflation und die andauernden Anschläge von Selbstmordattentätern betreffen, lösen zu können, bleibt zu bezweifeln. Nach dem Rücktritt des langjährigen Führers von Staat und Militär, dem von den USA unterstützten Pervez Musharraf, bräuchte die Islamische Republik Pakistan vor allem eines: Ruhe und Frieden. In wie weit gerade der Mann, der im Volk unbeliebt wie kein anderer ist und an dessen Händen das Blut eines Richtermörders klebt, dafür Sorgen kann, dass Pakistan den Weg aus dem Sumpf des Verbrechens wählt, muss deutlich in Frage gestellt werden.

Der Glasperlenspieler
(liest aktuell: Martin Suter – Der Teufel von Mailand)

Nachtrag:
Asif Ali Zardari wurde am 06. September 2008 zum Präsidenten ernannt.

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