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Zwischen Natur und Kultur: Dresden muss grüner werden!

Radfahren tut gut. Bei mir ist das zumindest so, also bin ich nun schon seit einigen Wochen regelmäßig, also circa drei Mal die Woche, unterwegs zwischen Elbe und Stadtgebiet, zwischen Pirna und dem Blauen Wunder. Durch die schönsten Stadtteile Dresdens, angefangen im idyllischen Kleinzschachwitz, durch das schroffe Leuben, vorbei am malerischen Laubegast und lebendigen Tolkewitz, nach Blasewitz, mit den vielen kleinen Geschäften, die sich am Schillerplatz angesiedelt haben und dem Wochenmarkt, der jeden zweiten Tag für geschäftiges Treiben sorgt oder den prächtigen Villen im rechtselbischen Loschwitz.

Auf dem Rad lernt man die Stadt erst richtig kennen. Wohnt man, wie es bei mir der Fall ist, in Elbnähe, kann man sich am fast durchgängigen Elberadweg erfreuen, der einen in nordwestliche Richtung sogar bis Hamburg führen kann, auf der anderen Seite weit in die Tschechische Republik hineinreicht. Stromaufwärts wird es ab Dresden denn auch ruhiger und grüner, über Heidenau und Pirna hinaus kann man recht ungestört seine Bahnen ziehen, was im Dresdner Stadtgebiet eher schwer möglich ist. Im Übrigen auch, weil der Ausbau der Radwege in Dresden noch deutlich zu wünschen übrig lässt, wie nicht zuletzt eine kürzlich veröffentlichte Studie verdeutlicht. Zwölf Prozent der zugänglichen Straßen Dresdens sind mit Radwegen ausgestattet. Die führenden Städte in Deutschland liegen bei bis zu 20% (siehe hier).

Der Vorteil am Radfahren liegt eben nicht nur an der körperlichen ‚Ertüchtigung‘, sondern auch im Naturerlebnis, denn das reine Training der physischen Fitness könnte schnell zu Ermüdung und Enttäuschung führen, wären da nur Einöde und Häuserblocktristesse. Hier hat die Dresdner Elbseite mehr zu bieten. Das Naturschutzgebiet der Pillnitzer Elbinsel sei nur als Eines unter Vielen erwähnt. Die Schönheit dieser Stadt zeigt sich eben nicht nur in den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Kunst, sondern auch und besonders in den Möglichkeiten, die durch einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur geschaffen werden. Eine Kultur des Radfahrens müsste eine UnKultur der Autostadt weiter ablösen, ein Nein zur Waldschlösschenbrücke wäre dabei, nebenbei bemerkt, aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Eine Stadt, die sich ein katastrophales Verkehrskonzept leistet, deren einziges Bestreben in Investorenanwerben besteht und deren Konsumtempel immer weiter wachsen, muss mehr für die Umwelt tun. Der Ausbau von Radwegen ist allerdings nur ein Schritt. Grüngebiete statt Wohnungsrückbau mit anschließender Verrottung, größere Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und Ruheplätze anstatt fragwürdiger Stadtplanung alla Postplatz, es gibt tausend Möglichkeiten. Liebste Stadt, nutze sie!

Der Glasperlenspieler

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