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Gnadenlos schlechte Musik vs. wundervoller Tanz

Oh ja, endlich kann ich Musik wieder hören. Endlich gibt es wieder Räume und Felder, endlich kann ich ein neues Lied wieder richtig genießen. Heute war da dieser kurze Moment und es waren Tocotronic, die mich wieder zurückgeholt haben, zurück ins Leben.

Gerade die Band also, die mich schon Jahre begleitet und geprägt hat wie keine andere. Die von der Jugendbewegung zur Kapitulation gingen und dabei wie viele große Musiker ein „Weißes Album“ veröffentlichten. Denen man große Texte wie gnadenlos schlechte Musik nachsagt und die den noch immer hübschesten Sänger im deutschsprachigen Raum ihr eigen nennen dürfen. Heute war es das Lied „Ja“, eine der großartigsten B-Seiten der Welt.

Und dann war da noch El Perro del Mar, bekannt vielleicht mit den Liedern „God knows“ und „Party“, auf die mich mal wieder der Spex-Newsfeed brachte. Und nun zum Abend ist es wieder die Peer Gynt Suite mit dem wundervollen „Anitras Tanz“, der betörend auffordert, aufzustehen und sich fallen zu lassen.

Das alles hatte ich auch in den Ohren, als im Regional Express nach Dresden von allen Seiten laute, Alltagslangeweilemusik alla britischen Poprock, deutscher Retroindies, machohaften Pseudotechno und Heavy Metal jeglicher Couleur durch die Luft schwirrte. Man kennt das ja, früh in der S-Bahn oder mittags im Stadtbus, besonders auch nachts in der Straßenbahn und beim Einschlafen zuhaus oder bei Freunden. Erst vor wenigen Tagen, es kann nur Montag gewesen sein, ein Augenblick beim Einsteigen, herber Aftershave-Geruch zieht vorbei, dazu der Bart kreisrund um den Mund stehen gelassen, aggressive Musik im Abspielgerät, nur ein Schreien, tief, es soll wahrscheinlich männlich und kraftvoll und mutig heißen. Und da das Werbebanner zur heißesten Party der Stadt.

Prost!
Der Glasperlenspieler (hat hier gute Musik)

Webnews MisterWong

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