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Die Welle rückwärts


Ursprünglich hochgeladen von christian_helfricht

Jeder kennt das Buch, jeder musste es irgendwann einmal lesen. Zuhauf in englisch, manche auch auf deutsch. Ein schlechtes Buch, das auf eine Begebenheit zurückgeht, die im Jahr 1967 an einer High School in Kalifornien stattgefunden hat.
Die Welle/The Wave ist das Experiment per se, ein Rütteln an den Befindlichkeiten, das Nonplusultra des Und-es ist-doch-möglich. Schüler spielten strenge Artikulation und strikte Führung nach und verfallen nach wenigen Tagen dem Zwang der Masse. The Third Wave funktioniert.
Morton Rhue hat ein Buch zur Realität geschrieben. Das ging schief und wird doch in allen Tönen hoch gelobt. Nun kommt also der Film von Regisseur Dennis Gansel und mit dem aktuellen Lieblingsdarsteller der Deutschen, Jürgen Vogel, der den harten Lehrer gibt. Der Film zeigt Gewalt und geht über die wahre Begebenheit deutlich hinaus.
Und da haben wir das Problem: Kino braucht Aufmerksamkeit, muss erschaudern, erregen. Es muss fassen und mitreißen, Spannungsbögen besetzen. Die Darsteller müssen Charaktere spielen, die ihnen oft selbst nicht liegen.
Gansel sagt im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, Bildung könne nicht vor Faschismus schützen, da er niedere Instinkte anspreche. Doch was will er denn dann mit einer Verfilmung erreichen? Geld? Subtile Macht über die Gedanken junger Menschen? Widerspricht er sich mit einer Verfilmung, die dem wahren Geschehen fast diametral widerspricht nicht selbst? Erbringt er damit den Aufklärern in den Schulen und den antifaschistischen Organisationen nicht einen Bärendienst? Ist er hier nicht, wie Tobias Kniebe in der SZ meint, „doch eher ein Teil des Problems als ein Teil der Lösung“?

Der Glasperlenspieler

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