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Der Drachen hat sein Feuer verschossen: das nahe Ende des Roland Koch

Wahlkampf in Hessen (Teil1)

Der Wahlkampf in Hessen ist vorbei. Eigentlich hat er nie richtig begonnen und überhaupt war da nur ein Kampf. Es war der Kampf des Ministerpräsidenten Roland Koch um sein Amt, um seinen Einfluss in der CDU und um sein Ansehen in der Bevölkerung.

In der Bevölkerung ist Koch durchgefallen, auch wenn eine schweigende Mehrheit hinter seinen Vorschlägen zu härteren Jugendstrafen steht. Das zeigen allein seine persönlichen Umfragewerte, bei denen er den Amtsbonus aufgezehrt hat und nun weit hinter seine Rivalin Ypsilanti zurückgefallen ist. Auch an Einfluss in der CDU hat er verloren, distanziert sich Kanzlerin Angela Merkel in den letzten Tagen doch sichtlich vom ehemaligen Parteigranden, dessen Integrität mit unhaltbaren Forderungen wie dem Arrest für Zwölfjährige nun ganz verschwunden zu sein scheint.

Ob sich Koch noch einmal aus seinem eigenen Tief retten kann, darf bezweifelt werden. Der gesundheitlich schon seit Wochen angeschlagene Ministerpräsident wirkt wie ein Pferd, auf dem man reitet und das man nicht bändigen kann. Ständig schlägt es aus, man weiß nicht in welche Richtung es nun wieder galoppieren mag, man hat Angst vor dem Absturz. Es ist der Schritt in den Abgrund, den Koch nun gehen wird, es ist das Fehlen an politischer Kultur und eigener Überzeugung, der ihm zum Verhängnis werden wird. Koch ist kein Mann von besonderer Intelligenz, er ist ein strebsamer Machertyp, der dabei zu oft übersieht, dass zum Regieren auch Vernunft und Ehrlichkeit gehören und nicht nur die alltäglichen politischen Riten der alten Bonner Republik, als auch Hetzkampagnen gegen Ausländer oder das Schüren der Angst vorm politischen Gespenst des Kommunismus.

Nach dem heutigen TV-Duell, das er sich mit der SPD-Linken Ypsilanti lieferte, ist ihm nun auch die letzte Bastion verloren gegangen. Der große Drachen hat sein Feuer verschossen, die Oppositionsführerin zeigte ihm die Grenzen des guten Geschmacks und leitet das politische Ende der Regentschaft Roland Kochs ein.

Sollte er die Wahlen am nächsten Sonntag gewinnen, wäre es nur eine weitere Etappe hin zum Ende der Laufbahn von Koch und eine lange Durststrecke für die Menschen in Hessen. Man kann nur hoffen, dass es nicht so kommen mag.

Der Glasperlenspieler

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  1. Axel
    20. Januar 2008 um 11:52 pm

    Sie sind etwas realitätsfremd. Die Umfragen im Web und Kommentare etwa auf hr-online.de sprechen eine ganz andere Sprache als Ihr Beitrag.

  2. pumpurse
    20. Januar 2008 um 11:57 pm

    Das liest sich wirklich schön! Nur der letzte Absatz nimmt mir dann wieder bisschen den Wind aus den Segeln … naja, nach der letzten Umfrage, haben ja doch schon erstaunlich viele Jungs und Mädels die Richtung gewechselt.

  3. 21. Januar 2008 um 4:55 pm

    ….ich mißtraue der häufig für harmlos (weil unsichtbar?) gehaltenen „schweigenden Mehrheit“ – sie schweigt jedenfalls nicht an den Wahlurnen, und ihre Wahl ist meist keine gute. Deinen Optimismus teile ich also nicht…….warten wir es ab…..!

  4. Sandro
    22. Januar 2008 um 4:35 pm

    Ich komme nicht umhin, mich schon über Ihre Worte zu wundern. Wenn man einer politischen Überzeugung anhängt und diese mit Stolz und Nachdruck vertritt, finde ich dies anerkennswert.

    Zu politischen Fragestellungen dabei auch einen Knicks gegenüber den eigenen Ideologien oder etwas sanfter, den eigenen Idealen zu vollziehen, kann man augenzwinkernd hinnehmen.

    Aber: Wer am Sonntag das Fernsehduell gesehen hat, wird Frau Ypsilanti nicht die Verantwortung für ein Bundesland wie Hessen übertragen können. Sicher, sie sieht besser aus, sie ist weit charmanter – aber – sie kann es einfach nicht.

    Eine einfache, für manchen auch ärgerliche und sicher etwas tragische Wahrheit. Aber wer mit seiner Wahlentscheidung zulässt, dass aus ihr eine politische Realität erwächst, stellt den Protest oder die persönliche Aversion über die staatsbürgerliche Verantwortung eines Jeden.

    Dies bedenke, wenn du wählst.

  5. Anonymous
    22. Januar 2008 um 8:02 pm

    … wer zuletzt lacht, lacht am besten.

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