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Südamerika im Wandel

Mit dem Scheitern der Verfassungsreform in Venezuela und der Gründung der Banco del Sur(Bank des Südens) in sieben Ländern Südamerikas hat sich der Kontinent auf einen Weg begeben, den man nur begrüßen kann. An vielen Ecken und Enden sprießen die ersten Blüten der Demokratie, die nach Jahrzehnten unter dikatorischer Herrschaft zu verwesen begannen. Nun ist in Argentinien eine Frau an der Macht, nun ist im Andenstaat Bolivien der erste indigene Staatschef an der Macht, nun geht man den Weg der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit mit eben jener Bank des Südens.

Da passt es gut, dass der ehemalige peruanische Staatschef, Alberto Fujimori, sich nun in seiner Geburtsstadt Lima wegen Verletzung der Menschenrechte und Korruption vor Gericht verantworten muss, was zu einer Strafe von circa 30 Jahren führen wird. Sein Regime wurde anno 2000 nach Wahlmanipulationen gestürzt, woraufhin Fujimori nach Japan floh. Anschließend reiste er nach Chile zurück, das ihn allerdings unter Hausarrest stellte und Mitte September diesen Jahres auslieferte.

So wählt Südamerika den Weg der Demokratie. Diktatoren a.d. werden verurteilt oder sterben langsam aus, demokratische Regierungen werden gewählt. Dass Hugo Chávez und Evo Morales (Präsidenten von Venezuela und Bolivien) nun den Sozialismus des 20. Jahrhunderts verkünden darf wundern, sollte allerdings nicht abschrecken. Chávez akzeptiert die knappe Niederlage beim Verfassungsentscheid, Morales setzt die Interessen der verarmten Ureinwohner gegen reiche Nachkommen europäischer Einwandererfamilien durch. Das ist richtig und wichtig. Früher haben die wohlhabenden Eliten entschieden, in welche Richtung das Geld fließt, heute gibt es zunehmende Teilhabe der ehemals Unterdrückten. Das ist ein Weg aus den Fängen der Diktatur. Dass es weitere gibt, zeigen Lula in Brasilien, Kirchner in Argentinien und Correa in Ecuador. Und gerade die Vielfältigkeit ist die tragende Säule der Demokratie.

Der Glasperlenspieler (freut sich auch über die gestrige Verleihung des Friedensnobelpreises an den Klimarat der Vereinten Nationen und den Umweltpolitiker Al Gore)

[Wetter: Regen, drei Grad;
Buch aktuell: Uwe Johnson – Das dritte Buch über Achim, S.44]

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