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Schönheiten

Nach einer kurzen Nacht habe ich mich mal ein wenig durch die Reihen meiner Bücherregale gewühlt und bin auf ein paar sehr schöne Exemplare gestoßen, deren ich mir gar nicht bewusst war, dass ich sie besitze. Ob göttliche Fügung, mythologische Erscheinung oder ironische Gefälligkeit, ich weiß nicht, was mich momentan berührt und befähigt, mich mit Literatur (zuletzt sehr die Romantik) in diesem Ausmaß zu beschäftigen. Als hätte mich etwas ergriffen, dessen Ausgang ich nur in Martin Mosebachs neuem Buch vermuten kann und dessen Ende mich schon wieder schaudern lässt.

Im Vorgefühl von solchem hohen Glück …

Also, zurück zum Anfang: Gewühlt und gefunden, beeindruckt und bewundert hat mich eine sehr gut erhaltene Ausgabe von Theodor Fontanes Wanderungen durch Frankreich, stark bebildert und mit einem aussagekräftigen Vorwort. Nicht weit entfernt davon eine Ausgabe von Goethes Faust, erster und zweiter Teil, mit einem Zeitungsausschnitt von 1959 zur Aufführung am Dresdner Staatstheater unter der Regie von Hannes Fischer. In der nächsten Reihe bin ich auf ein Heine-Lesebuch gestoßen, das Teile aus dem lyrischen Werk, den Prosaschriften, Briefen, Gesprächen und Memoiren enthält und damit einen sehr vielfältigen Überblick zu Heinrich Heines Werk bietet. Ein ganzes Stück weiter fand sich eine schöne Ausgabe von Heinrich Manns König Henri Quatre, die aus zwei Büchern besteht, Die Jugend des Königs Henri Quatre und Die Vollendung des Königs Henri Quatre, das bedeutendste Werk von Heinrich Mann, ohne Zweifel, allein der stilistischen Mittel wegen. Das letzte Werk, das ich nennen möchte, handelt von den Unmenschlichkeiten des Krieges und besteht aus den 1928 und 1930 erschienen Teilen Krieg und Nachkrieg, und heißt folglich Krieg-Nachkrieg. Der Autor, Ludwig Renn, Kommunist und Antifaschist, wurde von den Nazis verhaftet und musste zwei Jahre im Gefängnis verbringen, bevor er nach Spanien ins Exil ging, wie so viele Literaten dieser verhängnisvollen, grausamen Zeit.

Der Glasperlenspieler (freut sich über seine alten Errungenschaften)

[Wetter: Nieselregen, zwei Grad
Buch aktuell: R. Safranski – Romantik, S.172]

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